Eigentlich muß sie ein Wunderwerk sein. In den Augen mancher unzufriedener Lehrer wird sie gar, wahrscheinlich aufgrund subjektiv gesehener Benachteiligung, als Teufelswerk empfunden. Die alljährlich zu Schuljahresbeginn vom Direktor vorzunehmende und zu erstellende Lehrfächerverteilung, welche die Verteilung der Unterrichtsfächer, der Schüler, das zu vergebende Wochenstundenausmaß u.a. regelt, und dies alles unter strenger Beachtung dienst- und schulrechtlicher Vorgaben sowie pädagogischer Notwendigkeiten. So gilt es beispielsweise, die vom Elementarbereich in den Bereich der künstlerischen Hauptfächer übertretenden Schülerinnen und Schüler entsprechend ihren Neigungen und ihrer Leistungsbereitschaft den verschiedenen Klassen künstlerischer Hauptfächer zuzuteilen, und dies unter möglichster Wahrung des Verlangens seitens der Eltern nach dem "Wunschlehrer", bestimmten Gruppenzusammenstellungen bis hin zu Stundenplankonstellationen, welche sich aus der Bildung von Fahrgemeinschaften ergeben. Deshalb sollten alle diese Wünsche möglichst frühzeitig, womöglich bereits zu Ende des abgelaufenen Schuljahres deponiert werden, um eine den Wünschen entgegenkommende und Dringlichkeiten ordnende Realisierung zu ermöglichen. Denn, man beachte, die Verschiebung eines einzigen Schülers im künstlerischen Einzelunterricht verändert die gesamte Lehrfächerverteilung einer Klasse um eine Wochenstunde.
Eng mit der Wahl des künstlerischen Hauptfaches verknüpft ist die weitere Schullaufbahngestaltung mit dem Besuch von zumindest einem weiteren Wahlpflichtfach (Ensemble, allgemein-musikalisches oder musiktheoretisches Unterrichtsfach), dessen Auswahlmöglichkeiten je nach Ausbildungsstufe die Stundentafel des Organisationsstatuts regelt. Hier empfiehlt sich eine möglichst frühzeitige Pflege des Ensemblespiels, in Abwechslung vokaler und instrumentaler Praktiken. So sollte die Botschaft etwa lauten: Jeder Musikschule ihre Kindersingschule und ihren Kinderchor und für den instrumentalen Bereich der Anfänger ein "Ensemble Kunterbunt", welches das Ensemblespiel in den abwechslungsreichsten und allen möglichen und "unmöglichen" Besetzungen frühzeitig fördert.
Im Hinblick auf eine qualitätsvolle Stundenplangestaltung müßte es möglich sein, insbesondere im Elementarbereich (Musikalische Elementarlehre, Erweiterte Elementarlehre) die beiden zu absolvierenden Wochenstunden in einem Block anzubieten, indem rund um die zentral festgelegten Ensemblestunden (Kindersingschule, Kinderchor, "Ensemble Kunterbunt" etc.) die entsprechenden intrumentalen Unterrichtseinheiten angesetzt werden können. Im Ausbildungsbereich der künstlerischen Hauptfächer der Unter-, Mittel- und Oberstufe tritt hierauf naturgemäß eine größere Differenzierung der Vorgaben (Hauptfach, Ensemble, allgemein-musikalische und musiktheoretische Fächer) ein, sodaß es mitunter erforderlich erscheint, die Unterrichtsfächer auf zwei Wochentage zu verteilen, wobei es zahlreichen Schülerinnen und Schülern der Oberstufe aufgrund der Wahl zusätzlicher Ergänzungsfächer meist keine unzumutbare Belastung bedeutet, den Unterricht (Kursfächer, Ensembleproben) auf zwei oder mehr Tage verteilt zu besuchen. Aus Oberösterreich werden Erfahrungswerte vermeldet, welche besagen, daß eine Entfernung von 15 - 20 km zur zentral gelegenen und gut ausgestatteten Musikschule durchaus zumutbar erscheint. Und den Eltern sog. "verplanter" Kinder, die das Ensemblefach wegen angeblicher Überlastung (Ballett, Reiten, Fußball - und dies alles zugleich!) nicht besuchen können (nicht wollen!) mögen Vergleiche angestellt werden, wonach ein ernstzunehmendes Schwimmtraining oder ein ernstzunehmender Reitunterricht selbstverständlich mehrmals pro Woche stattfinden und von den betreffenden Eltern auch hinsichtlich der zurückzulegenden Fahrtstrecken akzeptiert werden.
Besonders wichtig im Zusammenhang mit Schullaufbahngestaltung und Wahlpflichtfächerwahl ist auch die Formulierung und Umsetzung des individuellen Schulprofils der jeweiligen Musikschule. Wo liegen die Schwerpunkte - Künstlerische Hauptfächer und Ensembles verschiedener spezieller Zielsetzung, Ausweitungsschwerpunkte in Richtung Kunstschule, allgemeine kulturwissenschaftliche und kulturkundliche Unterrichtsangebote? Die Beantwortung dieser und ähnlicher Fragestellungen sollten die Wahl der Musikschule, des künstlerischen Hauptfaches und der ergänzenden Wahlpflichtfächer beeinflussen.
Alles Gute und viel Erfolg für das beginnende Schuljahr 2000/01.