Anregungen und Erklärungen zur eigenverantwortlichen Unterrichtsplanung und Lehrstoffverteilung in den allgemein-musikalischen und musiktheoretischen Unterrichtsfächern - Allgemeine Musiklehre, Musikkunde 1, 2 und 3 und Fortsetzungen, Musiktheoretisches Repetitorium - sowie in den Hauptfächern Musiktheorie und Musikleitung

zusammengestellt von Mag. Dr. Eberhardt Schweighofer

 

 

Rechtliche Grundlagen:

 

Organisationsstatut für Musikschulen in Steiermark (1998)

 

Teil A

 

§ 1 Aufgabe der Schule

 

Die Musikschule für elementare, mittlere und höhere Musikerziehung, in weiterer Folge kurz “Musikschule” genannt, hat allgemein die Aufgabe, in der landschaftlichen Lebensgemeinschaft, deren Musik-, Kunst-, Kultur- und Gesellschaftsleben und Tradition, die Freude an der Musik, den mit ihr zusammenhängenden Künsten, am Musizieren, an künstlerischer Betätigung, sowie allgemein am Kunst- und Kulturverständnis zu wecken und zu fördern.

 

Im besonderen hat sie je nach den Erfordernissen der einzelnen Ausbildungsbereiche geregelte Bildungsgänge nach einem festen Lehrplan zu bieten. 

 

Dies erfolgt durch:

 

a) Vermittlung von instrumentalen und vokalen Musizierpraktiken, allgemein-musikalischen, musiktheoretischen, kunst- und kulturwissenschaftlichen Kenntnissen,

 

b) Aktivierung und Pflege des Musizierens in der Gemeinschaft durch künstlerische Betätigung der Lehrer und der Schüler sowie gelegentliche Heranziehung auswärtiger Künstler,

 

c) Vermittlung der musikalischen Vorkenntnisse, um eine musikverwandte Berufsausbildung bzw. ein musikverwandtes Studium beginnen zu können. 

 

Hiezu zählen insbesondere:

Lehrberufe wie Musikalienhändler oder Instrumentenbauer,

Ausbildung zum Volks- und Hauptschullehrer an einer pädagogischen Akademie,

Vorbereitung zur musikalischen Eignung für den Beginn des Studiums der "Musikwissenschaft" an Universitäten.

 

d) Vermittlung der Voraussetzungen für die Reife zum Studium an einer Hochschule für Musik und darstellende Kunst, insbesondere der einschlägigen künstlerischen und pädagogischen Studienrichtungen.

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Teil C Lehrplan, Allgemeines Bildungsziel

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4. Allgemein-musikalische und musiktheoretische Unterrichtsfächer

 

Allgemeine Musiklehre

Musikkunde 1, 2 und 3 und Fortsetzungen

Musiktheoretisches Repetitorium

 

Das allgemeine Bildungsziel dieser Unterrichtsfächer ist die Vermittlung der das Hauptfach begleitenden musiktheoretischen, stilkritischen, musik- und polyästhetischen Wissensgrundlagen. Dadurch soll sich der Schüler in Bezug auf sein späteres Freizeitverhalten zu einem vollwertigen Mitglied eines musikalisch wie polyästhetisch gebildeten und anspruchsvollen Kunstpublikums entwickeln können.

 

Für Schüler, welche ein Studium an einer Hochschule für Musik und darstellende Kunst anstreben, sollen die nötigen Kenntnisse zur erfolgreichen Ablegung des musiktheoretischen Teils der Aufnahmsprüfung erarbeitet werden.

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Lehrstoff

 

Zur Anwendung kommt der von der Konferenz der österreichischen Musikschulwerke (KOMU) im Zusammenwirken mit den Musikschulwerken, Konservatorien, Musikhochschulen sowie dem Institut für Musikerziehung (Südtirol) erstellte Gesamtösterreichische Rahmenlehrplan für die Musikschule.

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Die Lehrer sind hinsichtlich der Unterrichtsplanung eigenverantwortlich. Sie haben bei der Unterrichtsplanung auf die Inhalte der Lehrpläne für Musikerziehung an den mittleren und höheren Schulen sowie deren musikalischen Sonderformen Bedacht zu nehmen.

 

Im Sinne einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Steirischen Blasmusikverband, seinen Funktionären, Kapellmeistern und insbesondere den Jungmusikern, welche die Ausbildungsgänge an der Musikschule besuchen, sind die Richtlinien zur Erlangung der Leistungsabzeichen in Bronze, Silber und Gold mit den Lehrinhalten der Unter-, Mittel- und Oberstufe sowohl im künstlerischen Hauptfach als auch den ergänzenden Unterrichtsfächern im Rahmen der eigenverantwortlichen Unterrichtsplanung zu berücksichtigen.

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Stundentafel

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b) Für musiktheoretische und allgemein-musikalische Unterrichtsfächer gilt:

 

Das Unterrichtsfach "Allgemeine Musiklehre" muß innerhalb der Unterstufe besucht und erfolgreich abgeschlossen werden. Die Unterrichtsfächer "Musikkunde 1 und 2" müssen innerhalb der Mittelstufe, das Unterrichtsfach "Musikkunde 3" innerhalb der Oberstufe abgeschlossen werden.

 

Bei Bedarf kann das Unterrichtsfach "Musikkunde" als anrechenbares Unterrichtsfach in Fortsetzungen weitergeführt werden.

 

Das Unterrichtsfach "Musiktheoretisches Repetitorium" ist in erster Linie Schülern, welche ein Studium an einer Hochschule für Musik und darstellende Kunst anstreben, vorbehalten, da es jenen Lehrstoff umfaßt, welcher im Rahmen des musiktheoretischen Teils einer Aufnahmsprüfung an einer Hochschule für Musik und darstellende Kunst geprüft wird.

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Stundentafel:

 

 

Abkürzungen:

Stg = Studiengang

St = Stufe

Hf=Hauptfach

AM = Allgemeine Musiklehre

Mk = Musikkunde

Mk (Fs) = Musikkunde (Fortsetzungen)

MthR = Musiktheoretisches Repetitorium

Ens = Ensembles

MFE = Musikalische Früherziehung

MGS = Musikalische Grundschulung

ErwEl = Erweiterte Elementarlehre

künstlHf = künstlerisches Hauptfach

E = Elementarstufe

V = Vorbereitungsstufe

U = Unterstufe

M = Mittelstufe

O = Oberstufe

 

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Gesamtösterreichischer Rahmenlehrplan, Allgemeiner Teil, 1. Die Musikschule

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Ein allgemein umfassendes Angebot der Musikschule beinhaltet zumindest die Instrumentalfächer und den Gesang im Einzel- oder Gruppenunterricht sowie Fächer wie Musikalische Früherziehung, Theorie und Ensemblespiel im Klassenunterricht.

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Somit sieht sich die Musikschule einem Bildungsauftrag verpflichtet, der im Einklang mit dem allgemeinbildenden Schulwesen zu einem umfassenden Kultur- und Kunstverständnis führt.

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6. Zum Unterricht, H) Ergänzungsfächer

 

Die musikalische Ausbildung umfaßt so viele verschiedene Wissensbereiche, da diese nicht allein im Hautpfachunterricht vermittelt werden können.

 

Die Ergänzungsfächer tragen dazu bei, aktives Tun und theoretisches Verstehen sinnvoll in Einklang zu bringen.

 

Sie werden im Klassenunterricht angeboten und sind gemäß dem Bildungsauftrag der Musikschule ein wesentlicher Bestandteil des Ausbildungsweges.

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Musikkunde

 

1.Vorbemerkungen

 

Der Musikkundeunterricht dient der Erweiterung und Vertiefung des im instrumentalen Hauptfach erwworbenen musikalischen Allgemeinwissens und soll daher in jeder Stufe den Charakter einer "begleitenden musikalischen Ausbildung" zum Hauptfachunterricht haben.

 

Daraus ergibt sich die Forderung nach einer engen Koordination der Ausbildungsziele von Musikkunde- und Instrumentalunterricht. Ein effizienter Musikkundeunterricht ist nur sinnvoll, wenn im Hauptfachunterricht von Beginn an auf konsequenten Aufbau einer musikalischen Allgemeinbildung (Gehörbildung, Musiktheorie, Formenlehre, Instrumentenkunde, Musikgeschichte) anhand der gespielten Literatur Wert gelegt wurde. Vom Hauptfachlehrer soll auch die Motivation zum Besuch des Musikkundeunterrichtes ausgehen.

 

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Lehrstoffverteilung - Anregungen und Vorschläge - im Sinne des Organisationsstatuts für Musikschulen in Steiermark (erlassen vom BMUkA am 1.April 1998)

 

Allgemeine Musiklehre (zu absolvieren vor dem Übertritt von der Unterstufe in die Mittelstufe)

 

Allgemeine Einführung und systematische Darstellung und Erläuterung der Bereiche "Musik als Kunst - Musik als Wissenschaft", der mit ihr zusammenhängenden Künste (Bildende und Angewandte Kunst, Dichtkunst), deren zugehörige Ausbildungsgänge, Berufsfelder, Kunst- und Forschungsbereiche. (Vgl. Eberhardt Schweighofer: Arbeitsblatt "Musik als Kunst - Musik als Wissenschaft")

 

Einführung in die musikalische Akustik und in die Instrumentenkunde - Die Merkmale des Tones und deren Definition (Tonhöhe, Tonstärke, Tondauer, Klangfarbe), "natürlicher" Ton, "reiner" Ton (Sinuston), Geräusch, Klang, Oszillograph, Oszillogramm

 

Einführung in die Systematik der Musikinstrumente - Idiophone, Membranophone. Chordophone, Aerophone, Elektrophone

 

Technische Mittler - Aufzeichnung und Wiedergabe von Musik - vom Phonographen zur Compact-Disc - Neue Klänge, neue Technik - Synthesizer

 

Weltsprache der Musik - Italienisch - Einführung in die wichtigsten Ausspracheregeln der italienischen Sprache anhand der musikalischen Terminologie sowie ausgewählter Satzbezeichnungen, Ausdrucks- und Vortragsbezeichnungen (Eigennamen, Werktitel, Bezeichnungen für Opernhäuser und Konzertsäle etc.)

 

Einführung in die mehrsprachige Terminologie (Vergleichstabellen Deutsch, Italienisch, Französisch, Englisch) anhand von Tonarten- und Instrumentenbezeichnungen

 

Einführung in die Grundbegriffe von Tempo (Zeitmaß), Dynamik, Vortragsbezeichnungen, Artikulation, Ornamentik, Abkürzungen, Metrik und Rhythmik

 

Notenkunde, Quintenzirkel, Intervalle - Halbton- und Ganztonabstand, Versetzungszeichen, Diatonik und Chromatik, Enharmonische Umdeutung,  Kirchentöne, Fünftonreihe, Ganztonleiter, Qintenzirkel (Dur und Moll, Paralleltonarten), chromatische Tonleiter, Intervalle (Größe, Bestimmung und Umkehrung)

 

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Musikkunde 1 (Musikkunde 1, und 2 zu absolvieren vor dem Übertritt von der Mittel- in die Oberstufe)

 

Einführung in die musikalische Terminologie

 

Das wissenschaftliche Zitat, das musikalische Werkzitat, das musikalische Programmzitat

 

Musikalische Werkverzeichnisse (chronologische und Gattungsverzeichnisse), Werkverzeichnisse ohne Opuszahlen (KV, K, D, BWV, B, WoO, DTÖ, Hob u.a.), Begriffe: op. (opus), op. posth. (opus posthumum), oeuvre

 

Bedeutende Musikverlage

 

Entstehungsphasen und -abschnitte einer Komposition - Einfall (Motiv, Thema), Skizzenbuch, Idee, Skizzen, Particell, Partitur, Klavierauszug, Transkription, Autograph, Faksimile, Reprint

 

Begriffe: Autograph, Exlibris, Expertise, Faksimile, Impressum, Initiale, Kalligraphie, Klavierauszug, Komposition, Kopie, Logo, Manuskript, Reprint, Reproduktion, Oeuvre, Opus, Particella, Partitur, Plagiat, Signatur, Skizze, Tantiemen, Terminolgie, Terminus, Transkription, Urheberrecht, Zitat

 

Kammermusik und Hausmusik - Definition der beiden Termini - Gattungen und Besetzungen vom Solo zum Dezimett

 

Das Orchester - chronologischer Abriß der Entwicklung, Besetzungsmöglichkeiten, Spezialorchester (Militärmusikkapellen, Blasmusikkapellen, Big Band u.a.)

 

Die menschliche Stimme - Besetzungs- und Erscheinungsformen, Knaben- und Mädchenstimme, Kinderchor, Knabenchor, Mädchenchor, Mutation, Frauen- und Männerstimme, Stimmlagen im Chor, Chorbesetzungen, Laienchor-Berufschor, Einteilung der Solostimme nach Stimmlage, Stimmvolumen und Charakterisierungsfähigkeit anhand von ausgewählten Beispielen aus dem Musiktheater und der konzertanten Literatur

 

Begriffe: Autodidakt, Belcanto, Chor, Dilettant, Diva, Hausmusik, Hochkultur, Hosenrolle, Kammermusik, Kapelle, Kitsch, Orchester, Primadonna, Soubrette, Volkskunst

 

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Musikkunde 2 (Musikkunde 1, und 2 zu absolvieren vor dem Übertritt von der Mittel- in die Oberstufe)

 

Spielstätten - Theater, Konzertsäle, Kirchen, open air u.a.

Einführung in die musikalische Raumakustik und die Architektur bedeutender Opernhäuser und Konzertsäle (Staatsoper Wien, Musikverein Wien, Festspielhäuser in Salzburg und Bayreuth u.a.)

 

Organisationsformen des Musiktheaters und von Konzertveranstaltungen - Positionen und Berufsfelder, Begriffe: Abonnement, Bekleidungsstücke von Künstlern und Publikum und deren Verwendungsmöglichkeiten (Frack, Smoking, Cut, Abendkleid, Tracht , Uniform u.a.), Benefizveranstaltung, Début, Deus ex machina, Dramaturg, Dramaturgie, Drehbühne, Ensembletheater, Foyer, Gasse, Guckkastenbühne, Inszenierung, Kulisse, Matinée, Première, Prospekt, Repertoire, Requisiten, Soirée, "Solovorhang", Stagione, Standing Ovations, Szenenapplaus, Ur- und Erstaufführung, Versenkung, "Vorhang" u.a.

 

Musik und Gesellschaft - Autor-Interpret-Publikum, Autodidakt, Dilettant

Stadien der schöpferischen Arbeit nach G. Revesz (Vorbereitungs-, Inkubations-, Inspirations- und Ausformungsstadium)

Typen musikalischen Verhaltens (=Hörertypen) nach Theodor W. Adorno (Experte, guter Zuhörer, Bildungshörer und Bildungskonsument, emotionaler Hörer, Ressentiment-Hörer, Hörer von Musik als Unterhaltung, Gleichgültiger, Unmusikalischer, Antimusikalischer)

 

Begriffe: Abonnement, Akademie, Amphitheater, Applaus, Autodidakt, Ästhetik, Benefizveranstaltung, Début, Dilettant, Ensemble, Erstaufführung, Galerie, Hochkultur, Hörertypen, Inspizient, Kitsch, Kunstbetrachtung, L'art pour l'art, Loggia,Manipulation, Matinée, Mäzenatentum, Performance, Première, Regisseur, Repertoire, Soirée, Souffleur, Stagione, Tantiemen, Uraufführung, Urheberrecht, Vernissage, Volkskunst, Vorhang, Warenästhetik

 

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Musikkunde 3 (Musikkunde 3 und anrechenbare Fortsetzungen zu absolvieren vor der Abschlußprüfung der Oberstufe)

 

Stilepochen - Definition und Überblick, Personal-, Zeit- und Lokalstil, Stilepochen in Italien (u.a. Trecento, Quattrocento, Cinquecento, Seicento), Begriffe (in chronologischer Abfolge): Romanik, Gotik, Ars antiqua, Ars Nova, Renaissance, Barock, Rokoko, Klassik, Biedermeier, Romantik, Historismus, Jugendstil, Impressionismus, Expressionismus, Musik des 20. Jahrhunderts, Jazz

 

Instrumentalmusik - Einführung in die Gattungen und Formen, ausgewählter Literaturüberblick

 

Vokalmusik - Einführung in die Gattungen und Formen, ausgewählter Literaturüberblick

 

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Musikkunde als anrechenbare Fortsetzungen (Musikkunde 3 und anrechenbare Fortsetzungen zu absolvieren vor der Abschlußprüfung der Oberstufe)

 

Biedermeier, Romantik, Historismus, Expressionismus, Impressionismus, Jugendstil, ausgewählte Spezialgebiete aus der Musik des 20. Jahrhunderts anhand von stilkritischen, polyästhetischen und musiktheoretischen Analysen, die 2. Wiener Schule, das Musiktheater des 20. Jahrhunderts, der Stilpluralismus im 20. Jahrhundert u.a.

 

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Musiktheoretisches Repetitorium (anrechenbares Wahlpflichtfach der Oberstufe)

 

1) Theoretischer Teil: Quintenzirkel in Dur und Moll, diatonische und chromatische Intervalle, Transponieren einer Tonreihe im Violin- und Baßschlüssel, Aufbau des großen, kleinen, verminderten und übermäßigen Dreiklangs und dessen Umkehrungen, leitereigenen Dreiklänge in Dur und Moll (Stufen und Funktionstheorie), Dominantseptakkord und dessen Umkehrungen, enharmonische Verwechslung, Vorhalt, Durchgang, Nebennoten, Querstand, Entwicklung eines metrisch und rhythmisch gegliederten Verlaufs aus einer angegebenen Tonreihe, Einführung in die Harmonielehre, einfache Kadenzen in enger Lage, Einführung in den zweistimmigen Kontrapunkt, formal-harmonische Analyse einer klassischen Sonate

 

2) Praktischer Teil: Bestimmen von Intervallen, gehörmäßiges Erkennen der Taktarten (2/4, 3/4, 4/4, 6/8), rhythmische und melodische Diktate gehobenen Schwierigkeitsgrades, Erkennen der leitereigenen Dreiklänge und deren Stufenbezeichnungen in Dur und Moll, Vom-Blatt-Singen einer tonalen und einer nicht mehr tonal gebundenen Melodie (z.B. Hindemith, 8 Kanons)

 

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Musiktheorie als Hauptfach (auch Komposition)

 

Voraussetzungen: Beherrschung des Lehrstoffes des Unterrichtsgegenstandes "Allgemeine Musiklehre" und den speziellen Anforderungen entsprechende Grundkenntnisse am Klavier oder in einem anderen instrumentalen bzw. vokalen Hauptfach.

 

Bildungsziel: Förderung der Kreativität, Erarbeitung der Grundlagen für eine künstlerisch-kompositorische Betätigung, Hinführung zu einem analytischen, stilkritischen und polyästhetischen Verständnis im Bereich der Musik und der mit ihr zusammenhängenden Künste.

 

Die Unterrichtsgestaltung erfolgt individuell auf den Schüler nach fachlicher Vorbildung und intellektueller Prädisposition abgestimmt. Dabei sind eigene kompositorische Arbeiten und instrumentationstechnische Studien und Arrangements nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Solisten und Ensembles zu realisieren, die theoretischen, stilkritischen und aufführungspraktischen Kenntnisse zu vertiefen und praktisch zu erproben.

 

Für die Abschlußprüfung sind in sinngemäßer Übereinstimmung mit Teil A § 7 lit.g vorgeschrieben:

a) Lehrstoff der musiktheoretischen und allgemein-musikalischen Unterrichtsgegenstände der Oberstufe,

b) Erarbeiten einer eigenen Komposition, eines Satzlehrebeispiels, eines Arrangements oder einer Werkanalyse und

c) Aufführung bzw. stilkritische und formale Analyse und Erklärung in einem größeren kulturhistorischen und polyästhetischen Zusammenhang der unter lit.b beschriebenen Aufgabenstellung.

 

 

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Musikleitung (Chor- und Orchesterdirigieren)

 

Voraussetzungen: Den speziellen Anforderungen entsprechende Grundkenntisse am Klavier oder in einem anderen instrumentalen bzw. vokalen Hauptfach.

 

Bildungsziel: Erarbeitung der intellektuellen, schlagtechnischen und allgemein-musikalischen Grundlagen zur Leitung von instrumentalen und vokalen Ensembles.

 

Dies erfolgt durch Unterweisung  in die dirigentischen Wissensgrundlagen, Einführung in die Schlagtechnik, sowie in Technik und Fertigkeiten der Korrepetition und des Partiturspiels, um gegebenenfalls für eine erfolgreiche Aufnahmsprüfung im Hauptfach "Musikleitung" an einer Hochschule für Musik und darstellende Kunst vorbereitet zu werden.

 

Für die Abschlußprüfung sind in sinngemäßer Übereinstimmung mit Teil A § 7 lit.g vorgeschrieben:

a) Dirigieren eines Rezitativs,

b) Dirigieren eines Werkes für Instrumental- oder Vokalensemble, und

c) Beantwortung von Fragen aus den Gebieten der dirigentischen Wissensgrundlagen.

 

 

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Didaktische Erläuterungen und Empfehlungen

 

Die vorliegende Lehrstoffverteilung entwickelte sich aus mehr als 10 jährigen Erfahrungen sowohl bezüglich der Auswahl der Lehrinhalte als auch Rücksicht nehmend auf die inhomogene Alters- und Schulstufenstruktur der Schüler.

 

Hinsichtlich der Kursbildung muß davon ausgegangen, daß aufgrund individueller Schullaufbahngestaltungen in den künstlerischen Hauptfächern hinsichtlich der Alters- und Schulstufenstruktur der Schüler inhomogene Klassen entstehen.

 

Im Sinne der Lehrplanforderungen ist der Unterricht als Vertiefung, Ergänzung und Erweiterung des Unterrichtsgeschehens im Regelschulwesen zu gestalten.

 

Erfahrungsgemäß ist im Fach Allgemeine Musiklehre mit Schülern der 5. bis 7. Schulstufe (1. - 3. Klasse der HS und AHS), in den Fächern Musikkunde 1 und 2 mit Schülern der 6. - 10. Schulstufe und in den Fächern Musikkunde 3 und Fortsetzungen mit Schülern der Oberstufe einer AHS und BHS zu arbeiten.

 

Insbesondere Schüler der Maturaklasse mit der Absicht, in Musikerziehung zu maturieren bzw. eine Fachbereichsarbeit in Musikerziehung zu verfassen, stellen hinsichtlich der Lehrstoffgestaltung eine interessante Herausforderung dar.

 

Die Schnittstellen hinsichtlich der Lehrstoffverteilung zwischen den einzelnen Fächern (AM bis Mk 3 und Fs) stellen wie auch die Lehrstoffverteilung selbst Erfahrungswerte dar und sind jederzeit beliebig der Unterrichtssituation hinsichtlich zu erzielender Schwerpunkte (z.B. musiktheoretische Anforderungen für die Leistungsabzeichen im Steirischen Blasmusikverband) zu verändern und anzupassen.

 

Mangels individuell gestalteter Lehrbücher sollte auf die angeführte empfohlene Literatur sowie auf individuell gestaltete Arbeitsblätter zuzrückgegriffen werden.

 

Besonders lebendig lassen sich die Lehrinhalte unter Zuhilfenahme von aktuellen Presseartikeln, Spielplänen, Prospekten, Videos etc. gestalten sowie durch polyästhetisch auf- und vorbereitete Exkursionen gestalten. Empfohlene Schwerpunkte: Wien, Weststeiermark (Franz Schubert, Alban Berg), Kärnten (Gustav Mahler, Alban Berg, Anton Webern, Johannes Brahms) u.a.

 

Stets soll darauf Bedacht genommen werden, daß die Musikschule als Schultyp sui generis im Sinne des Organisationsstatuts für Musikschulen in Steiermark nebst dem künstlerischen und aufführungspraktischen Aspekten im Sinne der Erziehung und Hinführung der Schüler zu einer lebenslangen Befassung mit Musik die polyästhetischen und allgemeinbildenden Lehrinhalte mit großer Liebe und Hingabe verstärkt vermitteln soll, nicht zuletzt, da die Musikerziehung nicht auf die bloße Vermittlung von Fertigkeiten reduziert werden darf.

 

In diesem Sinne wird vor großzügiger Anrechnung von Lehrinhalten aus dem Regelschulsystem und somit der Auslagerung von Aufgaben der Musikschule gewarnt. Besser wäre im organisatorischen Zweifelsfall die Veranstaltung von Blockkursen anzuraten.    

 

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Literaturempfehlungen

 

Bloch, Waldemar: Allgemeine Musikkunde - Eine Einführung in die Grundbegriffe der Musik für jedermann, Wien: Österreichischer Bundesverlag, 1964.

 

dtv-Atlas zur Musik, München: Deutscher-Taschenbuch-Verlag, 1977.

 

Knapp, Walter/Peschl, Wolf: Wege zur Musik, Innsbruck: Edition Helbling, 1981, 2 Bände als Lehrbuch für die 5.-8. Klasse an AHS u.a

 

Eberhardt Schweighofer (Hrsg.): Begriffslexikon zur polyästhetischen Erziehung. - Verzeichnis der erklärten Begriffe: A Cappella Abonnement Akademie Aktionismus Aktionskunst Akustik Aleatorik Allegorie Amphitheater Angewandte Kunst Apotheose Applaus Apsis Arabeske Architektur Arie Ariette Ars antiqua Ars nova Art Brût Art Deco Artes liberales Artikulation Art Nouveau Auktion Autodidakt Autograph Autorenschutz Ästhetik Ballett Barock Basilika Belcanto Benefizveranstaltung Biedermeier Bild Bildende Kunst Bildhauerei Bruitismus Büste Cassation Chor Choreographie Cinquecento Collage Concerto grosso Copyright Cover Dadaismus Début Dekoration Denkmal Deus ex machina Dilettant Diva Divertimento Dodekaphonie Dom Doyen Dramaturg Dramaturgie Drehbühne Dynamik Elektronische Musik Engagierte Musik Ensemble Epitaph Erstaufführung Exlibris Expertise Expressionismus Faksimile Fauvismus Folklorismus Foyer Fuge Futurismus Galerie Gasse Gebrauchsgutgestaltung Genrebild Gotik Grabmal Grafik Gründerzeit Guckkastenbühne Hausmusik Historismus Hochkultur Hommage Hosenrolle Hörertypen Humanismus Ikonographie Impressionismus Impressum Industrial Design Initiale Inspizient Instrumentalmusik Inszenierung Intuitive Musik Invention ISBN Jazz Jugendstil Kalligraphie Kammermusik Kantate Kapelle Kathedrale Kavatine Kitsch Klassik Klassizismus Klavierauszug Komposition Konzert Konzertarie Kopie Korrepetitor Kubismus Kulisse Kunstbetrachtung Kunstgewerbe Kunstlied L'art pour l'art Libretto Lied Literaturoper Loggia Logo Madrigal Malerei Manierismus Manifest Manipulation Mansarde Manuskript Maske Matinée Mausoleum Mäzenatentum Melodram Messe Minimal Art Minimal Music Montage Monument Mosaik Moschee Motette Museum Musical Musik des 20.Jahrhunderts Musik und darstellende Kunst Musikwissenschaft Musique concrète Naturalismus Neoklassizismus Neue Einfachheit Neue Sachlichkeit Neue Wilde Œuvre Oper Operette Opus Oratorium Orchester Orchesterlied Ornament Ornamentik Pagode Palast Paraphrase Particell Partita Partitur Passacaglia Passepartout Passion Pavillon Performance Pietà Plagiat Plakat Plastik Pop Art Postserielle Musik Première Primaballerina Primadonna Profanbau Prospekt Quattrocento Realismus Regisseur Renaissance Repertoire Reprint Reproduktion Requiem Requisiten Restaurierung Rezitativ Rokoko Romanik Romantik Sakralbau Salonorchester Sarkophag Schlager Schloß Secession Seicento Sepulcrum Serenade Serielle Musik Signatur Skizze Soirée Sonate Sonatine Soubrette Souffleur Stagione Standing Ovations Statue Stele Stil Stilleben Suite Sujet Surrealismus Symphonie Synagoge Tantiemen Tempel Terminologie Terminus Timbre Torso Totenmaske Transkription Trecento Triptychon Unterhaltungsmusik Uraufführung Urheberrecht Variation Vedute Verismo Verismus Vernissage Versenkung Villa Vokalmusik Volkskunst Volkslied Vorhang Warenästhetik Zitat
Eberhardt Schweighofer: Arbeitsblatt "Musik als Kunst - Musik als Wissenschaft"

 

Musik als Kunst

 

Musik und darstellende Kunst - Musik, Musiktheater, Ballett, Schauspiel, Kostüm-, Masken- und Bühnenbild

 

Künstler - Instrumentalisten, Sänger, Komponisten, Dirigenten, Sprecher, Schauspieler, Regisseure, Tänzer, Choreographen, Masken-, Kostüm- und Bühnenbildner, Musik-, Gesangs-, Tanzpädagogen

 

Ausbildungsstätten: Musiklehranstalten, Musikschulen, Konservatorien (Feldkirch, Innsbruck, Klagenfurt, Linz, Wien, Wiener Neustadt, Eisenstadt), Universitäten für Musik und darstellende Kunst (Wien, Salzburg, Graz)

 

Weitere Künste:

 

Bildende Kunst[1] - Malerei, Graphik, Bildhauerei, Restaurierung und Konservierung - Akademie (Hochschule) für bildende Kunst in Wien

 

Angewandte Kunst[2] - Architektur, Design, Mode u.a. - Universitäten für angewandte Kunst in Wien sowie für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz

 

Dichtkunst - Lyrik, Epik, Dramatik

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Musik als Wissenschaft

 

Musikwissenschafter (Musikologe), Musikwissenschaft (Musikologie)

 

Universitäten mit Instituten für Musikwissenschaft in Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck

 

1) Historische Musikwissenschaft:

 

Instrumentenkunde - beschäftigt sich mit Bau, Spielweise und Geschichte der Instrumente;

 

Ikonographie (musikalische Bildkunde) - deutet musikalische Darstellungen der Malerei und der bildenden Kunst, z.B. von Instrumenten, Aufführungen usw.;

 

Aufführungspraxis - versucht ein Bild von der musikalischen Wirklichkeit in der Geschichte zu gewinnen (Zusammenhang zwischen Notentext und klanglicher Erscheinung);

 

Notationskunde - erforscht Aufzeichnungsweise von Musik;

 

Quellenkunde - erschließt Notentexte und sonstige Quellen zur Musikgeschichte;

 

Biographie - orientiert über Leben und Schaffen der Musiker; sie war ein Hauptgebiet der Musikwissenschaft im 19. Jh.;

 

Satzkunde - analysiert die Struktur eines Werkes;

 

Terminologie - interpretiert satzkundliche, gattungsgeschichtliche, stilkundliche und sonstige musikalischen Begriffe (Terminus, -i [lateinisch] = Fachausdruck);

 

Stilkunde - untersucht gattungsgeschichtliche Merkmale, die über das Einzelwerk hinaus Gültigkeit haben und den musikalischen Stil einer Gattung oder einer Epoche, eines Komponisten oder einer Schule dokumentieren;

 

2) Systematische Musikwissenschaft:

 

Musikalische Akustik - untersucht die physikalischen Grundlagen der Musik, der Musikinstrumente, der Räume;

 

Physiologie - beschäftigt sich mit Bau und Funktion des Gehörs und der Stimme;

 

Physiologie des Instrumentalspiels - setzt sich mit Körperbewegung und Spieltechnik auseinander;

 

Musikpsychologie - befaßt sich mit der Wirkung der Musik und des musikalischen Kunstwerkes auf den Menschen;

 

Musiksoziologie - untersucht Musik und musikalisches Verhalten in der Gemeinschaft;

 

Musikpädagogik - befaßt sich mit Problemen der Musikerziehung, ihren Zielen und Methoden im privaten und schulischen Bereich;

 

Musikphilosophie - stellt an die Musik die Frage nach ihrem Wesen;

 

Musikästhetik - stellt die Frage nach dem Schönen in der Musik;

 

Musikalische Volkskunde oder Musikethnologie - untersucht die Musik im Brauchtum der Völker;

 

3) Angewandte Musikwissenschaft:

 

Instrumentenbau - restauriert alte, entwickelt und baut neue Musikinstrumente;

 

Musiklehre - vermittelt theoretisches Wissen um die Musik; Teilbereiche: Harmonielehre, Kontrapunkt, Instrumentationslehre, Formenlehre u.a.

 

Musikkritik - mißt Aufführungspraxis und (neue) Werke an den Qualitätsmaßstäben der Ästhetik, der Stilkunde usw.

 


Eberhardt Schweighofer: Arbeitsblatt - Einführung in die musikalische Terminologie

 

Terminologie = Lehre von wissenschaftlichen Fachausdrücken

Terminus, -i = Fachausdruck

 

1 Das Zitat - zitieren

 

1.1 Das wissenschaftliche Zitat

Bloch, Waldemar: Allgemeine Musiklehre - Eine Einführung in die Grundbegriffe der Musik für jedermann, 9. Auflage, Wien: Österreichischer Bundesverlag, 1973.

 

unterscheide! Erstausgabe, unveränderte, gekürzte, bearbeitete Auflage usw.

 

1.1.1 Seitenangabe: S. 9, S. 9-12, S. 9f., S.9ff., S. 67 , S. 67

 

1.1.2 Erläuterungen im Zitat:

"Der Baston (sic!) heißt C."   Sic! = So und nicht anders! (Es war kein Schreibfehler!)

 

"Waldemar Bloch meint, daß es eine Einführung in die Musik für jedermann geben sollte."[3]

 

1.1.3 Aufbau eines wissenschaftlichen Werkes:

·          Inhaltsverzeichnis

·          Vorwort

·          Einleitung

·          diverse Haupt- und Unterkapitel

·          Literaturverzeichnis

·          Quellenverzeichnis

·          Registerteil (Orts-, Personen- Sachregister usw.)

 

1.1.4 Begriffe:

Autograph, Manuskript

Erstdruck

Reprint = Nachdruck

Nachdruck

Faksimile (Nachdruck originalgetreu sowohl in Farbe als auch im Format)

vergriffen = zur Zeit nicht lieferbar

Antiquariat

ISBN = Internationale Standard Buch Nummer

Autorenschutz, Copyright, Tantiemen

Plagiat = Diebstahl geistigen Eigentums

z.B.: ISBN - 3 - 201 - 00439 - 1

                     |      |      Verlagsinterne Nummer und Prüfnummer

  dt. Sprachraum  Verlagsnummer

 

1.2 Das musikalische Werkzitat

Ludwig van Beethoven, Symphonie Nr. 3 Es-Dur, op. 55 "Eroica"

Achtung!   Es-Dur  aber  es-Moll

 

1.3 Das musikalische Programmzitat (mit zusätzlicher Angabe der Satzbezeichnungen)

Wolfgang Amadeus Mozart             Konzert für Violine und Orchester Nr. 5 A-Dur K.V. 219

                                                    Allegro aperto

                                                    Adagio

                                                    Rondeau (Tempo di Menuetto)

 

2 Musikalische Werkverzeichnisse:

Die Ordnung sollte nach Möglichkeit chronologisch mit Opuszahlen erfolgen!

op. (lat.) = opus, (Mz.) opera = Werk

op. posth. = opus posthumum = (wörtlich) Werk nach der Erde, Werk nach dem Tod entdeckt

oeuvre (franz.) = Werk, Gesamtwerk eines Komponisten (eines Künstlers)

 

2.1 Werkverzeichnisse ohne Opuszahlen:

K.V.                                         Koechel-Verzeichnis                  W. A. Mozart

K.                                            Koechel-Verzeichnis                  Johann Josef Fux

D.                                            Deutsch-Verzeichnis                 Franz Schubert

BWV.                                       Bach-Werke-Verzeichnis           Johann Sebastian Bach

B.                                            Brown-Verzeichnis                    Frédéric Chopin

WoO.                                       Werke ohne Opuszahl               Ludwig van Beethoven

DTÖ.                                        Denkmäler der Tonkunst           

                                               in Österreich                             Alte Musik div. Komponisten

Hob.                                         Hoboken-Verzeichnis                 Joseph Haydn

 

Achtung! Das Hoboken-Verzeichnis ist ein Gattungsverzeichnis für die Werke von Joseph Haydn und ist nicht chronologisch, sondern nach Gattungen erstellt.

z.B. Joseph Haydn, Symphonie Nr. 104 D-Dur "Salomon" Hob. I/104

 

3 Bedeutende Musikverlage:

 

Österreich:                               UE = Universal Edition, Wien

                                               Doblinger, Wien

                                               Helbling, Innsbruck

 

Deutschland:                            Schott, Mainz

                                               Editon Peters, Frankfurt und Leipzig

                                               Breitkopf & Härtel, Wiesbaden

                                               Bosse, Regensburg

 

Italien:                                      Ricordi, Mailand

 

England:                                   Boosey & Hawkes, London

 

4 Entstehungsphasen und -abschnitte einer Komposition:

·          Einfall (Motiv, Thema)

·          Skizzenbuch

·          Idee und Entschluß zu einer bestimmten Koposition

·          Rückgriff auf das Skizzenbuch

·          Skizzen

·          Particell (vollständiger Kompositionsablauf, aber ohne vollständige Instrumentation)

·          Partitur

·          Klavierauszug (beinhaltet die Solostimme(n), der Orchesterpart ist für Klavier transkribiert)

·          Transkription (Übertragung der Originalinstrumentation für andere Instrumente)

·          Druck der Partitur und der Stimmen, Reprint, Faksimile

 



[1]Bildende Kunst, traditioneller Sammelbegriff für Malerei, Graphik und Bildhauerei (Plastik). Im strengen Sinn nur auf diese angewandt, weil sie Bilder bzw. Bildwerke erzeugen. Der Sprachgebrauch rechnet meist auch Architektur und Kunstgewerbe dazu. An der Akademie der bildenden Künste in Wien gibt es sog. Meisterschulen für Malerei, Graphik, Bildhauerei, Architektur, Naturstudien, Bühnengestaltung, Medailleurkunst und Kleinplastik, Restaurierung und Konservierung sowie für Tapisserie.

[2]Angewandte Kunst, auch Design, Gebrauchskunst, Kunstgewerbe, Kunsthandwerk, Kunst, die auf einen Gebrauchsgegenstand angewandt ist. Der Begriff wird verwendet, um den Gegensatz zur sog. freien Kunst zu betonen. Die Grenzen sind jedoch fließend.

[3]Vgl. Bloch, Waldemar: Allgemeine Musiklehre - Eine Einführung in die Grundbegriffe der Musik für jedermann, 9. Auflage, Wien: Österreichischer Bundesverlag, 1973, S. 3.