6.
Bericht des Ausschusses für Bildung, Kultur, Schulen und Kindergärten
über die Regierungsvorlage,
Einl.-Zahl
1203/58, zum Beschluss Nr. 1337 des Steiermärkischen Landtages vom
30. Juni 1999 über den
Antrag
der Abgeordneten Schleich, Ussar und Straßberger, betreffend Musikunterricht
in
einer
öffentlich-rechtlichen Musikschule, Jahresbericht der Musikschulen
in Steiermark 1997/98 und 1998/99.
Berichterstatter ist der Herr Abgeordnete Ussar. Ich erteile ihm das Wort.
Abg.
Ussar (14.47 Uhr): Sehr geehrter Herr Präsident, Frau Landesrat,
liebe Kolleginnen und Kollegen!
Vorlage der Steiermärkischen
Landesregierung zum Beschluss Nr. 1337 des Steiermärkischen Landtages
vom 30. Juni 1999 über den Antrag der Abgeordneten Schleich, Ussar,
Straßberger, betreffend Musikunterricht an einer öffentlich-rechtlichen
Musikschule, Jahresbericht der Musikschulen Steiermark 1997/98, 1998/99.
Der Steiermärkische Landtag hat am 30. Juni 1999 die Steiermärkische
Landesregierung aufgefordert, weiterhin Schritte zu setzen, dass das Ziel,
dass jedes steirische Kind, unabhängig von der Wohnsitzgemeinde, Musikunterricht
in einer öffentlich-rechtlich anerkannten Musikschule zu sozial vertretbaren
Kosten in Anspruch nehmen kann, erreicht wird und darüber hinaus das
fachliche Angebot auch auf die mit der Musik zusammenhängenden anderen
Kunstsparten, Kunstschule, kontinuierlich auszuweiten.
Der Jahresbericht der Musikschulen
in Steiermark ist auf Grund seiner Vollständigkeit und seines Umfanges
bestens geeignet, die auf Grundlage des Landtagsbeschlusses erfolgten Maßnahmen
darzulegen. Dies nicht zuletzt auch deshalb, da durch die Einführung
von Förderungsrichtlinien, beginnend mit dem Schuljahr 1999/2000,
das Musikschulwesen in Steiermark auf eine neue Basis gesetzt wurde. Der
Jahresbericht umfasst die Schuljahre 1997/98, 1998/1999 sowie Ansätze
der Vorgangsweise für das Schuljahr 1999/2000.
Es wird der Antrag gestellt,
der Landtag wolle beschließen:
Der Bericht der Steiermärkischen
Landesregierung zum Beschluss Nr. 1337 des Steiermärkischen Landtages
vom 30. Juni 1999 über den Antrag der Abgeordneten Schleich, Ussar
und Straßberger, betreffend Musikunterricht in einer öffentlich-rechtlichen
Musikschule, der Jahresbericht der Musikschulen in Steiermark 1997/98 und
1998/99, wird zur Kenntnis genommen. Ich bitte um Annahme! (14.50 Uhr.)
Präsident Dipl.-Ing. Vesko: Ich danke dem Herrn Berichterstatter. Er ist auch als Erster zu Wort gemeldet, das ich ihm erteile.
Abg.
Ussar (14.50 Uhr): Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte
Frau Landesrätin, liebe Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Purr: „Bitte
Leoben nicht vergessen!“)
Uns liegt heute ein sehr
umfassender Jahresbericht der Musikschulen für die Steiermark für
die Jahre 97/98 und 98/99 vor. Der überaus übersichtlich und
informativ 140 Seiten umfassende Jahresbericht über die Musikschulen
in der Steiermark, ich möchte das betonen, wurde von Mag. Walter Rehorska
unter Mitwirkung der Redaktionsmitglieder, und ich nenne sie bewusst, weil
das so sorgfältig gemacht wurde, Notburga Schreiner, Anita Georgi,
Angelika Hold, Andrea Rossmann und Jürgen Schweizer im Auftrag des
Landesmusikdirektors, er ist ja in unserer Mitte, Mag. Josef Rauth, verfasst.
Wie ich bereits in der Vorlage
erwähnt habe, hat der Steiermärkische Landtag schon am 30. Juni
1999 die Steiermärkische Landesregierung aufgefordert, Schritte ganz
einfach zu setzen mit dem Ziel, dass jedes Kind, jedes steirische Kind,
unabhängig von der Wohnsitzgemeinde Musikunterricht in einer öffentlich-rechtlichen
anerkannten Musikschule, was sehr wichtig ist, zu sozial vertretbaren Kosten,
und das möchte ich ganz besonders betonen, zu sozial vertretbaren
Kosten in Anspruch nehmen kann. Der ausgezeichnet erstellte Jahresbericht,
ich betone das, zeigt, dass gerade durch die Einführung der neuen
Förderungsrichtlinien beginnend mit dem Schuljahr 1999/2000 das Musikschulwesen
in der Steiermark auf eine bedeutend neue Basis gestellt wurde. Die Bilanz
der Musikschularbeit in den Jahren 1997 und 1999 kann sich wahrlich sehen
lassen. Was mich besonders freut, akut gefährdete Standorte konnten
gesichert werden und das Kulturressort hat sich bemüht, Mittel der
Musikschulförderung um 18 Millionen Schilling zu erhöhen. Ich
möchte dem zuständigen Referenten, dem Landeshauptmannstellvertreter
DDr. Schachner, besonders auch danken, dass hier öffentliche Mittel
sehr sinnvoll angewendet wurden.
Im Rahmen der rechtlichen
und fachlichen Konsolidierung der Musikschulen wurde aber – und das ist
ein wesentlicher Punkt – auch das Organisationsstatut der Musikschulen
in der Steiermark vom Bundesministerium für Unterricht und Kultur
mit 1. April 1998 erlassen. Damit ist eine wichtige Grundlage geschaffen
worden. Damit ist nämlich das öffentliche Recht für alle
Musikschulen ab dem Jahre 1998/99 gesichert. Das ist eine ganz wesentliche
Grundlage.
Es gibt, sehr geehrte Damen
und Herren, nur zwei Bundesländer, nämlich Oberösterreich
und die Steiermark, die für alle Musikschulen das Öffentlichkeitsrecht
verwirklicht haben. Wir sehen, dass wir hier wirklich Pionierarbeit geleistet
haben. Nur Musikschulen mit Öffentlichkeitsrecht haben ja die Möglichkeit,
Leistungsbeurteilungen in Form von staatsgültigen Zeugnissen auszustellen.
Mit dem Projekt Kunstschulen
– und wir haben in der Musikschule Leoben ebenfalls dieses Projekt – und
der institutionalisierten Lehrerfortbildung wurde Qualifikation und Qualität
gesichert. Sehr erfreulich, wenn man im Bericht nachliest, wie viele Musikschullehrer
an den angebotenen Lehrerfortbildungsveranstaltungen teilgenommen haben.
Besonders wichtig scheint
mir auch die Installierung des Musikrates für Steiermark. Damit wurde
eine gemeinsame Plattform der mit der Musikerziehung befassten öffentlichen
Institutionen in unserem Heimatland geschaffen.
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich weiß, wovon ich spreche. Ich habe selbst die Ehre gehabt, 14
Jahre in meiner Heimatstadt als Kulturstadtrat tätig zu sein. Und
Sie, viele die da sind und auch in der Gemeinde tätig sind, wissen,
welch ungeheure Bedeutung die Musikschulen für unser kulturelles Leben
in unserer Heimat haben. Sie stellen nicht nur eine wesentliche Bereicherung
der österreichischen Landschaft dar, sondern spielen auch im kulturellen
Leben unserer Gemeinden eine ganz besondere Rolle. Musikschulen, ihre Lehrer,
stehen durch ihr Wirken ständig in der Öffentlichkeit. Wenn wir
den Bericht genau durchlesen, so sehen wir, dass insgesamt 1765 Konzerte,
Vorspielstunden und Veranstaltungen der Musikschulen aufscheinen. Man muss
sich das einmal vorstellen, 1765 Veranstaltungen. Wenn aber noch sonstige
Veranstaltungen angeführt werden, wo die Musikschulen mitgewirkt haben,
die Schüler, die Lehrer, 1332 Veranstaltungen, so sind damit also
die Musikschulen auch zusätzlich noch in der Öffentlichkeit in
Erscheinung getreten. In Summe als 2997 Veranstaltungen, eine Besucherzahl
von 200.600 zeigt ganz deutlich die Öffentlichkeitswirksamkeit der
Musikschulen in unserem Land.
Wenn ich auf unsere Musikschule
zurückkommen darf, allein in der Musikschule der Stadt Leoben wurden
im Berichtsjahr 98/99 insgesamt 88 Veranstaltungen, davon 66 Konzerte,
Vorspielstunden, Veranstaltungen in der Musikschule und 22 Veranstaltungen
mit der Musikschule durchgeführt. In diesem Zusammenhang möchte
ich ja, nachdem der Landesmusikdirektor anwesend ist, der Herr Landesmusikdirektor,
doch auch dem Herrn Musikschuldirektor bei uns, dem Herrn Mag. Moscher
danken, der gerade in Zusammenarbeit mit dem Musikverein Leoben durch permanente
Auftritte von Schüler- und Lehrerensembles Großartiges leistet,
und ich muss sagen, gerade der Musikverein Leoben bemüht sich sehr,
im Rahmen der Kunstschule, im Rahmen der Musikschule den begabten Schülerinnen
und Schülern und Lehrern
Auftrittsmöglichkeiten
zu geben.
Im Rahmen der mir zustehenden
Zeit möchte ich also nicht auf die vielseitige erfolgreiche Arbeit
noch weiter eingehen, aber ich möchte sagen, dass in den Musikschulen
von den Musikschullehrern, von den Musikschuldirektoren wirklich Großartiges
geleistet wird.
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte aber auch vor allem auf die große Bedeutung im Hinblick
auf den Nachwuchs für die Blaskapellen hinweisen. Sie alle wissen,
wir alle sind ja am Wochenende immer sehr gerne unterwegs, um mit unseren
Mitbürgerinnen und Mitbürgern zusammen zu sein. Wir wissen, was
in allen Orten, gerade Kollege Herrmann hat hier immer wieder auch darauf
hingewiesen im Hohen Haus, was von unseren Blasmusikkapellen auch im Rahmen
der kulturellen Arbeit geleistet wird. Und hier gebührt auch den Musikschulen
ein besonderer Dank, weil dadurch die Möglichkeit geschaffen ist,
auch eine wirklich sinnvolle Nachwuchsförderung zu repräsentieren.
Ich möchte hier wirklich
auch herzlich danken dem zuständigen Referenten, Landeshauptmann DDr.
Schachner, vor allem deswegen, weil er dazu beigetragen hat, dass die Bilanz
dieser Musikschularbeit so erfolgreich ausgefallen ist. Ihm ist es zu danken,
und ich möchte das hier wirklich ganz offen sagen, dass die jährlichen
Landesmittel von 142 auf 185 Millionen aufgestockt wurden und für
alle Gemeinden die gleichen Voraussetzungen in der Personalkostenfinanzierung
geschaffen wurden. Es passt hier der Spruch herein „Ohne Geld gibt es keine
Musik“, und hier ist also etwas verwirklicht worden, dass das Geld sinnvollst
angewendet wird.
Gerade durch seinen Einsatz
ist man, aber auch in den Bemühungen des Landes und der Gemeinden,
das ist ein wichtiger Faktor auch, zur Konsolidierung des Musikschulwesens
einen großen Schritt weitergekommen. Mit der neuen Tarifordnung,
Sie werden es sich angesehen haben, für Eltern in unseren Gemeinden
wurde die unterschiedliche Tarifsituation, von der wir alle als Abgeordnete
gerade bei unseren Sprechstunden und bei der Anwesenheit in einzelnen Orten
gehört haben, diese Tarifsituation wurde in den steirischen Gemeinden,
die unterschiedliche, beendet.
Mit der Einführung
der Musik- und Kunstschulen wurde vielen jungen Menschen eine wesentliche
Förderung ihrer Begabung zuteil, und wir wissen, gerade, wir erleben
es immer wieder auch, zu Sylvester, wie diese sinnvolle Zusammenarbeit
der Musikschule mit dem Theater hier, also Operettenvorstellungen gegeben
werden können, die leider Gottes durch die Vereinigten Bühnen
schon seit Jahren nicht mehr durchgeführt werden.
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit der Einführung der Musik- und Kunstschulen wurde vielen jungen
Menschen eine wesentliche Förderung ihrer Begabung zuteil, dass sie
ganz einfach in diesen Orten die Möglichkeit haben, ohne lange Anfahrtszeiten,
hier eine größtmögliche Ausbildung ihrer Begabung zu erfahren.
In unserer steirischen Heimat
wird in 47 Musikschulen der Unterricht in 202 Gemeinden mit Schülern
aus 406 Gemeinden erfolgreich durchgeführt. Mit 679 Lehrkräften,
und erfreulicherweise möchte ich auch betonen, gerade in unserer Zeit,
wurden 44 neue Dienstposten errichtet und mit 19.050 Musikschülern
steht die Steiermark echt erfolgreich dar.
Ein Dank den Schulträgern,
vor allem auch den Gemeinden. Wir wissen alle, die in der Gemeinde tätig
sind, und die Bürgermeister nicken, sie wissen, das kostet immer wieder
Geld, aber dieses Geld wird in den Gemeinden immer gerne ausgegeben, und
ich weiß, dass auch bei uns immer wieder diese Beträge einstimmig
beschlossen wurden.
Eine besondere Anerkennung
möchte ich aber auch den Lehrern, die dort tätig sind, ausdrücken,
für ihr Engagement, für ihr fachliches Können, dem Musikschulforum,
das entscheidend mitgestaltet, und ein Dank auch an den anwesenden Landesmusikdirektor
und sein Team, die wirklich mit großem Einsatz am weiteren Ausbau
der steirischen Musikschulen arbeiten, und einen ganz besonderen Dank an
den zuständigen Referenten Landeshauptmann Schachner. Ich freue mich
immer wieder, den Landesmusikdirektor zu sehen. Vor kurzem habe ich ihn
erst wieder bei einer Eröffnung in Sankt Michael getroffen. Ich freue
mich immer, dass er die Gelegenheit wahrnimmt, nach seinen Möglichkeiten
vor Ort anwesend zu sein.
Sehr geehrte Damen und Herren,
weil der Kollege Purr schon gesagt hat, „Leoben vergiss nicht“, ich vergesse
es auch diesmal nicht. (Abg. Purr: „Das ist die stolze Bergstadt Leoben!“)
Ich danke dir sehr, dass du mich erinnert hast. Ich möchte abschließend
sagen, es gibt eine Einladung. Sie werden sie schon bekommen haben „Fest
– Jugend – Musik“. Eine Einladung, die der Kulturreferent des Landes Steiermark,
Landeshauptmannstellvertreter Schachner und Bürgermeister Dr. Konrad
ausgesprochen haben. Wenn Sie also Zeit und Lust haben, würde ich
mich sehr freuen, Sie alle am 28. Juni um 14.00 Uhr am Leobner Hauptplatz
zu begrüßen. Es präsentieren sich dort die verschiedensten
Ensembles, aber was ganz wichtig ist, und das passt heute zu diesem Tagesordnungspunkt,
ab 19.00 Uhr gibt es ein Konzert gesamtsteirischer Jugendorchester mit
600 Teilnehmern. (Abg. Dr. Tremmel: „Dann müssen Sie aber die Referentin
für Blasmusik auch einladen!“) Würde mich sehr freuen, wenn sie
auch anwesend ist. Was sehr wichtig ist, liebe Freunde, da musizieren 600
junge Menschen gemeinsam. Wir haben gerade früher eine Diskussion
geführt, und ich
glaube, dass gerade die
Musik und die Kunst sehr viel Verbindendes haben. Und wenn es jetzt gelungen
ist, dass man schon zum zweiten Mal oder zum dritten Mal 600 Jugendliche
zusammenbringt, die gemeinsam musizieren, so ist das ein ganz besonderes
Erlebnis. Ich habe es schon einige Male auf unserem Hauptplatz erlebt,
und ich glaube, wir können stolz sein, dass gerade auf dem Gebiet
der Musikerziehung, der Musikschulen mit besonderem Einsatz unseres Kulturreferenten
Landeshauptmann Schachner sehr viel geschaffen wurde. Ich danke für
Ihre Aufmerksamkeit! (Beifall bei der SPÖ. – 15.02 Uhr.)
Präsident Dipl.-Ing. Vesko: Als Nächster zu Wort gemeldet ist der Abgeordnete Straßberger. Ich erteile es ihm.
Abg.
Straßberger (15.03 Uhr): Geschätzter Herr Präsident,
verehrte Regierungsmitglieder, geschätzte Damen und Herren, Hohes
Haus!
Herr Abgeordneter Ussar
ist schon sehr genau und eindringlich auf diesen Bericht und auf das Musikschulwerk
eingegangen. Und nachdem ich nicht gleich nachsprechen möchte und
eine große Trommel von einer Violine auseinanderkenne, habe ich mir
erlaubt, hier aus diesem vorgelegten Bericht, den ich ebenfalls sehr begrüße
und für gutheiße, etwas ins Detail zu gehen, was das steirische
Musikschulwerk betrifft. Ich habe mir erlaubt, diesen Bericht in vier Gruppen
einzuteilen. Die finanzielle Entwicklung in den Musikschulen, die Altersstruktur
in den Musikschulen, welche Instrumentengattungen werden in unseren Musikschulen
in der Steiermark unterrichtet und wie werden die Zukunftsperspektiven
unserer Musikschulen aussehen.
Zum einen, die finanzielle
Entwicklung. Sie haben Recht, Herr Kollege Ussar, es war in der Vergangenheit
das Förderungssystem sehr unterschiedlich und durch den vielen und
großartigen Zustrom von jungen Leuten in die Musikschulen, Gott sei
Dank, war natürlich das Problem, welche Musikschule weist die Jugendlichen
schon ab, dass die Gemeinden letztendlich zum Handkuss gekommen sind, dass
sie den Dienstpostenplan auf Grund des Bedarfes aufgestockt haben, aber
letztendlich diese Dienstpostenplanaufstockung vom Lande nicht immer zu
gleichen Teilen mitgetragen wurde. Das Ergebnis dieser Entwicklung war,
dass die Gemeinden letztendlich die große finanzielle Last selbst
zu tragen gehabt haben. Ich darf auch sagen, dass Anfang 1998 der Antrag
der steirischen Volkspartei hier in diesem Haus auch Wirkung gezeigt hat
und das Finanzierungsmodell unserer Musikschulen durch den Landesmusikdirektor
und seine Gruppe, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, neu geordnet
und gestaltet wurde. Es wurde schon gesagt, die Kosten für die Trägergemeinden,
aber auch für die Gastgemeinden sind jetzt gerecht aufgeteilt und
es gibt hier kaum wesentliche Unterschiede, ich möchte fast sagen,
keine. Mitte 1998 wurde dem Landtag eine Vorlage zur Beschlussfassung dieses
neuen Finanzierungsmodells hier im Hause vorgelegt, die eine unterrichtsgerechte
Finanzierung vorgesehen hat, eine leistungsorientierte Komponente beinhaltet
hat, alle Gemeinden werden im Verhältnis gleich belastet, das habe
ich schon gesagt und auch eine Budgeterhöhung im Budget 1999/2000
beinhaltet hat.
Der Landtag hat diesen ursprünglichen
Bericht am 24. November 1998 als Zwischenbericht zur Kenntnis genommen.
Was ist aber dann passiert, verehrte Damen und Herren? Der Kulturreferent
des Landes Steiermark hat in die Regierung eine Abänderung eingebracht,
und dieses Finanzierungsmodell wurde abgeändert, jedoch dem Landtag
nicht mitgeteilt und dort dann beschlossen. Alle Schüler oder jeder
Musikschüler ist gleich viel wert, das ist das Gleichheitsprinzip
einer politischen Gruppierung und keine unterrichtsgerechte Finanzierung,
das möchte ich sagen. Ich habe damals, und das ist in dem Protokoll
vom 29. und 30. Juni und 1. Juli 1999 nachzulesen, bereits darauf hingewiesen,
wer das bezahlen wird und geht sich hier die Finanzierung unter dem Strich
letztendlich aus. Ich wurde fast ausgelacht, verehrte
Damen und Herren. Und siehe
da, vor einigen Wochen der große Aufschrei von den Gemeinden, es
fehlen die Mittel für das restliche Jahr 1999 in doch sehr großer
Höhe. Die Nachforschung hat ergeben, nachdem das Budget nicht ausreichend
festgeschrieben wurde beziehungsweise für diese Kosten nicht ausreichend
budgetiert wurde, musste man letztendlich linear die Förderungen um
10 Prozent kürzen. Die Gemeinden haben natürlich wiederum die
Last gehabt, eine gewisse Vorfinanzierung vorzunehmen. (Abg. Schleich:
„Weißt du, wie es war? Schon wieder vergessen?“) Schleicherl, ich
kenne mich eh aus.
Ich darf sagen, dieser Sturm
der Gemeinden hat letztendlich ausgelöst, dass im Mai 2000 eine Nachzahlung
dieser 10 Prozent und auch der Sachkosten erfolgt ist. Ich habe mir heute
den Rechnungsabschluss angeschaut und eigentlich gemeint – und ich habe
es in letzter Zeit sehr genau verfolgt –, dass diese Nachzahlung oder dieses
zu geringe Budget eventuell eine Nachbedeckung erfahren wird. Nein, das
war nicht der Fall, es war ein Vorgriff auf das Budget 2000 für die
Musikschulen und, verehrte Damen und Herren, Sie wissen das genau, wenn
ich einen Vorgriff mache, dann fehlt mir das schon im laufenden Jahr und
ich bin ja nur neugierig, wie sich dann letztendlich die Endfinanzierung
für das Schuljahr 1999/2000 in den Musikschulen zeigen wird. Wir haben
auch ein Problem – das sage ich ganz offen –, dass wir das Budgetjahr,
also Kalenderjahr haben, aber in der Musikausbildung das Schuljahr.
Diese Gleichmachung, verehrte
Damen und Heren, jeder Schüler zahlt gleich viel, ob Gruppenunterricht,
Einzelunterricht und dergleichen, war natürlich ein politischer Schachzug
von unserem Kulturreferenten in der Steiermark, und zwar vor der Gemeinderatswahl
und dass alle Kinder eben gleich viel kosten und letztendlich dies eine
gravierende Senkung des Musikschulgeldes war. Das Ergebnis oder die Rechnung
ist nicht aufgegangen, es ist keine Gemeinde dazugewonnen worden und letztendlich
haben wir im Budget Probleme.
Lassen Sie mich zum Punkt
2, Altersstruktur der Musikschüler, etwas sagen. Erfreulich ist, dass
die Kinder jetzt weit früher die Möglichkeit haben, in die Musikschulen
zu gehen und einen Musikunterricht zu bekommen. Die Ursache, glaube ich,
ist der Ausbau der Musikschulen und auch die Dislozierungen, die Eltern
können sich die Musikschulgebühr leichter leisten. Es hat Zeiten
gegeben, wo das nicht möglich war. Die Kinder haben eine sinnvolle,
musikalisch-kulturelle Beschäftigung, gerade in einer Zeit, wo jede
Stunde um die Ecke eine Gefahr für unsere Jugend lauert. Aus dem Bericht
ist auch sehr deutlich zu erfahren, dass die Spitze, die größte
Dichte unserer Musikschülerinnen und -schüler im Land Steiermark
zehn Jahre alt ist. Das heißt, die Pyramide geht hinauf.
Mit zehn Jahren haben wir
die größte Dichte und bis 14 Jahre ist ein normaler Abfall und
dann weiter ist ein ganz rapider Abfall. Das heißt, wenn man sich
das genauer anschaut, unsere Musikschüler bleiben im Verhältnis
doch nicht sehr lange in unseren Musikschulen in Ausbildung. Dieser Abfall,
der lässt sich auch begründen. Die Kinder gehen nach der Pflichtschule
in Gymnasien, in Höhere – berufsbildende Schulen, und die Belastung
für Kinder ist dann dementsprechend groß. Oder sie kommen in
Internate, dann haben sie auch nicht mehr die Möglichkeit, vor Ort
die Musikschulen zu besuchen. Und viele Kinder haben dann keine Möglichkeit,
irgendwo öffentlich zu musizieren. Ich sage das ganz deutlich, mit
einem Beispiel, wenn ein Sportler, ein junger Bursch Fußballer werden
will, der nur trainiert und nie einen Dress anziehen und nie spielen kann.
Das Problem ist daher, dass man das musikalische Handwerk praktisch anwenden
muss.
Zur Instrumentengattung:
Der Bericht zeigt sehr deutlich, verehrte Damen und Herren, welche Instrumente
in unseren Musikschulen in der Steiermark überhaupt ausgebildet werden.
Ich habe das zusammengerechnet, und es ist sehr deutlich dargestellt worden,
dass 47 Prozent der fast oder über 19.000 Musikschülerinnen und
Musikschüler ein Blasinstrument erlernen. Jedoch nur 8,4 Prozent ein
Streichinstrument. Die Tasteninstrumente Klavier und überwiegend das
Keyboard 25 Prozent und die Zupfinstrumente, wo überwiegend die Gitarren
dabei sind, 19 Prozent. Mir fehlen, das ist die einzige Kritik in diesem
Bericht, die Schlaginstrumente. Vielleicht sind sie irgendwo anders dazugerechnet
worden. Das heißt, die Statistik zeigt, dass fast 50 Prozent unserer
jungen Leute in den Musikschulen ein Blasinstrument lernen. Ich glaube,
verehrte Damen und Herren, und ich sage das ganz bewusst in diesem Hohen
Haus, dass man den Blasinstrumenten auch in der Politik einen höheren
Stellenwert beimessen soll.
Wir haben auch ein hervorragendes Organisationsstatut vorzuweisen, das
eine leistungsorientierte Komponente aufweist, mit Übertrittsprüfungen
und dergleichen. Das heißt, wer es sich leisten kann – kann nicht
zehn, 15 Jahre in die Musikschule gehen und er weiß noch immer nicht,
wie man das Fis oder das F greift, Entschuldigung, wenn ich das als Bläser
so sage, Herr Landesmusikdirektor, erste oder zweite Maschine, das weiß
ich auch noch –, sondern hier ist eine Leistungskomponente eingezogen.
Was mich als alter Blasmusikfan, wenn ich das so sagen darf, sehr freut,
dass auch die Literatur für das Jungmusikerleistungsabzeichen als
Bestandteil der Ausbildung in den Musikschulen verankert ist.
Ich sage jetzt das deutlich,
es brauchen sich die Eltern nicht zu schämen, verehrte Damen und Herren,
wenn ihr Kind ein Blasmusikinstrument erlernen will. Ich sage das ganz
deutlich, ob es eine Tuba ist oder ein Horn oder eine Flöte oder sonst
was. Man soll dem Kind das Instrument erlernen lassen, womit es eine Freude
hat, aber nicht jenes Instrument einem Kind aufoktroyieren, welches dem
Prestigedenken der Eltern entspricht. Ich sage das auch ganz deutlich,
es ist zwar in anderen schulischen Bereichen genauso, wenn einer in die
Hauptschule geht oder wenn einer in die Mittelschule geht.
Unsere musikalischen Hauptkulturboten
in Österreich sind die Wiener Philharmoniker. Ich sage das so. Und
die Philharmoniker ohne Bläser, die gibt es nicht. Und darum meine
ich, muss man dem Blasinstrument selbst, nicht nur der Blasmusik, einen
höheren Stellenwert einräumen. Wie wichtig es ist, wenn unsere
jungen Menschen auch in ihrer frühen Jugend in einem Blasorchester
mitmusizieren, welche Werte sie dort lernen, darüber habe ich mir
auch Gedanken gemacht, und ich möchte eben diese auch zum Ausdruck
bringen. Sie müssen einmal dort eine Leistung erbringen. Zum Zweiten
Pünktlichkeit und Pflichtbewusstsein. Sie müssen zur Probe kommen,
sie müssen pünktlich zum Konzert und dergleichen gehen. In der
Gruppe auf den anderen eingehen. Er kann nicht einfach spielen, wie er
will. Persönliche musikalische Ausdrucksform darstellen, und vor allem
bringen diese jungen Menschen auch der Bevölkerung und der Gesellschaft
Freude. Verehrte Damen und Herren, das sind Werte, die man als ganz junger
Mensch in einem Blasorchester lernt. Und wer beim 50-jährigen Bestandsjubiläum
des steirischen Blasmusikverbandes im Opernhaus war, verehrte Damen und
Herren, der hat das vorgeführt bekommen – hochkarätigstes Leistungsniveau,
symphonische Klangfarbe, fast nur junge Menschen, nur junge Musiker waren
dort zu sehen und als Soloinstrumente waren Cello, Klavier und Gitarre.
Das muss man sich einmal vorstellen. Vor 30 Jahren wäre das einfach
nicht möglich gewesen.
Das Defizit in unserer Jugendausbildung
habe ich aber auch sehr wohl herausgelesen und herausgeschrieben. Das ist
die Ausbildung im Streichsektor. Ich sage das ganz deutlich. Mit 8,4 Prozent,
das ist zu wenig. Und wenn – ich will Sie hier nicht mit Zahlen belästigen,
das ist nachzulesen – ich innerhalb des Streichsektors dann die Prozente
hier hernehme, dann ist das sehr bedenklich. Was finden wir in unseren
Streichorchestern vor? Viele Nichtösterreicher sitzen an Spitzenfunktionen,
als Konzertmeister und dergleichen. Ich glaube aber auch, dass gerade im
Streichmusiksektor die Kinder zum einen eine längere Lernzeit haben,
aber zum zweiten fast keine Möglichkeit haben, irgendwo mitzumusizieren,
und nach zehn Jahren macht er dann den Geigendeckel zu, Entschuldigung,
wenn ich das so sage, und sagt auf Wiedersehen und fertig.
Der chorische Sektor lässt
hier auch zu wünschen übrig. Sie brauchen nur unsere Chöre
anzuschauen. Hier gibt es ein Generationsloch. Wenn man sich den Bericht
anschaut, die Stimmbildung wird sicherlich etwas vernachlässigt, vielleicht
auch das Singen in kleinen Gruppen, aber auch das Singen in den Schulen
und dergleichen. Hier glaube ich, hat unser Landesmusikschuldirektor in
den nächsten Jahren eine große Aufgabe, dieser Entwicklung entgegenzutreten.
Ich komme zum Schluss zu
den Zukunftsperspektiven unseres Musikschulwerkes. Ich wünsche mir,
dass im Streichregister und im chorischen Bereich eine Aufholjagd stattfindet.
Ich meine, dass das Budget für unsere Musikschulen im Rahmen bleiben
soll. Die neugesetzten Richtlinien mit eins zu eineinhalb und der Dienstpostenplan
und die Stundenanzahl müssen von den Musikschulen sehr ordentlich
genau erhoben und auch eingehalten werden. Und wenn eine Lehrkraft in einer
Musikschule nicht ausgelastet ist, dann müsste es zwingend vorgeschrieben
sein, dass sie wo, anders auch einen Musikunterricht durchführt. Hier
gibt es auch von unserer Musikuniversität einen Zeitungsausschnitt,
ich will Ihnen den nicht bringen, aber der ist sehr bedenklich. Ob jetzt
die Musiklehrer Gemeindebedienstete bleiben sollen oder Landesbedienstete
werden sollen ist gründlich zu diskutieren und auch über die
Nachteile nachzudenken. Vielleicht ist es doch möglich, eine unterrichtsgerechte
Musikschulgebühr in der Zukunft zu verlangen.
Eines wünsche ich mir,
dass weiterhin unsere Musikschule eine „Stätte der musikalischen Begegnung“
bleibt. Ich bedanke mich auch bei allen, die bei diesem Werk mitgewirkt
haben, an der Spitze beim Landesmusikdirektor Mag. Josef Rauth, wir kennen
uns ja schon sehr lange. Zu hoffen ist, dass die Daten und die Zahlen sich
noch verbessern. Ich kann nicht sagen, dass das das beste ist, aber hier
gibt es noch dort oder da Dinge, die zu verbessern sind, und ich wünsche
mir, verehrte Damen und Herren, dass wir in Zukunft der Musikausbildung
auch in der Politik noch einen höheren Stellenwert zumessen und eine
höhere Anerkennung zollen.
In diesem Sinne bedanke
ich mich für die Aufmerksamkeit, und wir werden dieser Vorlage natürlich
zustimmen. Danke schön! (Beifall bei der ÖVP. – 15.19 Uhr.)
Präsident Dipl.-Ing. Vesko: Als Nächster zu Wort gemeldet ist der Herr Abgeordnete Dipl.-Ing. Getzinger. Ich erteile es ihm.
Abg.
Dipl.-Ing. Getzinger (15.20 Uhr): Herr Präsident, Frau
Landesrätin, meine Damen und Herren!
Wenn Sie exzellente Arbeit
kennen lernen wollen, dann lesen Sie diesen Bericht. Das, meine Damen und
Herren, ist wirklich ein großartiger Leistungsbeweis des Musikschulwerkes
in der Steiermark. Es ist in diesen vier Jahren unter der Leitung des Landeskulturrefenten,
Landeshauptmann Peter Schachner, unter der Leitung des Landesmusikdirektors
Sepp Rauth und seines Direktoriums, bestehend aus den Direktoren Schweighofer,
Freiinger, Rehorska und Rupp, wirklich Einzigartiges geleistet worden in
dieser wirklich sehr, sehr kurzen Zeit. Hier wurde das Musikschulwerk Steiermark
wirklich in einer Art und Weise modernisiert, da können sich die anderen
Bundesländer wahrlich eine Scheibe abschneiden.
20.000 Schülerinnen
und Schüler besuchen die Musikschulen in der Steiermark plus/minus
20 Prozent in vier Jahren. 47 Musikschulen sind in 202 Gemeinden aktiv,
679 Lehrkräfte sind in diesem Bereich tätig, und ich betone,
in hervorragender, in exzellenter Weise tätig. Ich danke allen hier
Genannten. Ich glaube, ihnen ist es zu verdanken, dass wir hier wirklich
Vorzeigbares leisten konnten. Ich möchte in einigen Punkten auf die
Kritik vom Kollegen Straßberger eingehen, weil ich doch meine, dass
man seine Ansichten hier nicht unrelativiert stehen lassen sollte. Erstens,
bin ich ganz grundsätzlich der Ansicht, dass man einzelne Bereiche
der Musik, einzelne
Musikinstrumente nicht gegeneinander
ausspielen sollte. Ich denke, dass hier in diesem Dreieck zwischen den
Schülern – ich nenne sie bewusst an erster Stelle – den Lehrern und
den Eltern schon die richtige Entscheidung getroffen wird. Und wenn es
hier einmal Tendenzen Richtung Saxofon gibt, und die gibt es tatsächlich
in der Steiermark, eine sehr rapide ansteigende Zahl an Schülern und
Schülerinnen in diesem Bereich, dann sollten wir uns schlicht und
einfach darüber freuen. Wir sollten nicht fordern, weder von den Schülerinnen
und Schülern noch von den Lehrern, Eltern oder Direktoren, dass hier
dagegen gesteuert werden soll. Oder ein besonderes Instrument, das uns
persönlich vielleicht sympathisch erscheint, besonders unterstützt,
gefördert werden sollte. Ich glaube, in diesen Bereich sollte sich
Politik wirklich nicht einmischen.
Ich bedauere es schon auch,
dass die Knöpferlharmonika, das Akkordeon ein wenig im Absteigen begriffen
ist. Aber das scheint ein Modetrend zu sein. In zwei, drei Jahren wird
das vielleicht schon wieder ganz anders sein. Ich glaube, wir sollten uns
hier politisch zurückhalten und das dem Dreieck zwischen Lehrern,
Eltern und Schülern vertrauensvoll überlassen, dass hier eine
Ausgewogenheit besteht, entsteht und sich entwickelt. Darüber hinaus
sei auch betont, dass nicht alle Jugendlichen und Kinder in der Steiermark
musikalisch begabt sind. Aus dem Grund halte ich es wirklich für eine
ganz großartige Innovation des steirischen Musikschulwerkes sogenannte
Kunstschulen einzuführen. Das heißt Musikschulen, sich weiterentwickeln
zu lassen auch in Richtung andere an die Musik nur angelagerte, mit der
Musik verwandte, verbundene Kunstsparten und Kunstrichtungen. In Leoben
beispielsweise – Kollege Ussar hat es bereits erwähnt – wird Musiktheater
unterrichtet. Dort geht es also in
Richtung darstellende Kunst.
In Mürzzuschlag wird es Richtung bildende Kunst gehen. Auch das ein
sehr spannendes Experiment, eine Innovation, wie gesagt, basierend, fußend
in der Einsicht, dass nun einmal nicht alle Jugendlichen in einer Sparte,
im Bereich der Musik begabt sind, sondern woanders, vielleicht im Bereich
darstellende oder bildende Kunst begabt sind. Auch diese Jugendlichen sollten
in den Genuss des Musik- und dann Kunstschulunterriches kommen können.
Ähnliche Experimente in Deutschlandsberg, in Judenburg – schon traditionsreich,
Direktor Schweighofer hat dort die polyästhetische Erziehung schon
sehr früh forciert, Unterricht im Bereich Kultur- und Kunstgeschichte.
Also in diesen Musikschulen Mürzzuschlag, Deutschlandsberg, Leoben,
Mureck und Judenburg wird dieser Weg Richtung Kunstschule beschritten.
Ich hoffe und bin davon überzeugt, dass sich noch eine Reihe ganz
anderer Musikschulen in der Steiermark diesem Trend anschließen werden.
Allmählich, Schritt für Schritt, der Bogen kann und darf nicht
überspannt werden, weil hier die Mittel selbstverständlich wie
überall knapp sind und effizientest zu haushalten sind. Aber ich glaube,
dieser Trend sollte von uns politisch unterstützt werden.
Kollege Straßberger
meint, das sei eine seltsame Philosophie, dass jeder Schüler, jede
Schülerin in der Steiermark uns, dem Landeskulturreferenten gleich
viel wert sei. Nun, zu dieser Ideologie bekennen wir uns, wir Sozialdemokraten.
Ich würde mich freuen, wenn sich eine Mehrheit im Landtag findet,
die sagt, ja alle Musikschülerinnen und Musikschüler sind uns
gleich viel wert und aus dem Grund sollen die Elternbeiträge auch
vereinheitlicht werden. Und das, meine Damen und Herren, ist tatsächlich
gelungen. Mit insgesamt 40 Millionen Landeszuschuss, das muss betont werden.
Es war kein billiger Schritt, der hier gegangen wurde, aber ich denke,
es geht nicht an, dass es soziale Unterschiede gibt im Zugang zum Musikschulunterricht.
Das ist nicht berechtigt, das ist nicht zu argumentieren, das ist nicht
legitimierbar, diese finanziellen Hürden, die hier jahrzehntelang
bestanden haben, so lange nämlich, wie die Österreichische Volkspartei,
die steirische Volkspartei, wie sie sich nennt, für das Musikschulwesen
in der Steiermark zuständig war. Ich glaube, dass das kein guter Zustand
war. Ich gratuliere allen Beteiligten, wiederum allen voran der Landesmusikdirektion,
dem Landesmusikdirektor, dass das nun gelungen ist.
Nun zu dem dritten Punkt,
der genannt wurde. Erstens, die Mittel für 1999 sind längst überwiesen.
Zweitens, die Überweisung der weiteren Mittel hängt davon ab,
ob rechtzeitig von den Gemeinden die Daten gemeldet werden. Sie wissen
ganz genau, Kollege Straßberger, dass es hier immer wieder Probleme
gegeben hat und nach wie vor gibt und aus dem Grund es zu Verzögerungen
auch in früheren Zeiten gekommen ist, viel maßgeblicheren Verzögerungen,
was die Überweisung betrifft. Man kann nicht überweisen, wenn
man nicht ganz genau weiß, wie viele Musikschullehrer an einer Musikschule
sind und wie viele Stunden sie dort aktiv sind, wie viele Stunden sie dort
unterrichten. Das ist unmöglich und wäre auch unzulässig.
Hier gilt es auch, noch genauer nachzukontrollieren, ob die Stunden, die
gemeldet werden, auch tatsächlich erbracht werden. Auch hier mag es
da und dort Effizienzsteigerungsmöglichkeiten geben. Jedenfalls im
Jahre 2000 wurde dieser Betrag so früh wie noch nie überwiesen,
und Sie wissen das ganz genau, Kollege Straßberger. (Abg. Purr: „Ihr
habt es ja!“) Aus dem Grund kann ich hier die von Ihnen vorgebrachte Kritik
in aller Höflichkeit, in aller Form nur zurückweisen.
Meine Damen und Herren,
es wurde bereits darüber berichtet, dass wesentliche Schritte zur
Flächendeckung des Musikschulunterrichtes getan wurden. Bad Waltersdorf
wurde gegründet, Mariazell wurde gegründet, und es wird weitergehen,
das traue ich mir von dieser Stelle aus auch zu sagen. 44 neue Dienstposten
wurden geschaffen, Absolventen der Studienrichtung IGB zum allergrößten
Teil. Jetzt gibt es 679 Lehrkräfte an den steirischen Musikschulen.
Kultur schafft Arbeitsplätze sage ich hier nur. Und ich glaube, dass
uns das auch immer wieder bewusst sein sollte.
Last not least, meine Damen
und Herren, ich halte die Zeitschrift des Steiermärkischen Musikschulwerkes
„Fortissimo“ für ein wirklich ausgezeichnetes Informationsorgan, sowohl
für die Schülerinnen und Schüler, für die Lehrerinnen
und Lehrer und auch für die Eltern. Ich halte dieses Organ für
längst überfällig. Ich glaube, dass es höchst an der
Zeit war, dass über diesen wirklich bedeutenden, ja rückgratartigen
Teil des Kulturgeschehens in der Steiermark regelmäßig, systematisch
und äußerst kompetent berichtet wird. Ich danke für die
geleistete Arbeit!
(Beifall bei der SPÖ.
– 15.29 Uhr.)
Präsident Dipl.-Ing. Vesko: Als Nächster zu Wort gemeldet ist der Abgeordnete Brünner. Ich erteile es ihm.
Abg.
Dr. Brünner (15.29 Uhr): Herr Präsident, meine sehr
geehrten Damen und Herren!
Auch mir ist es eingangs
meines Debattenbeitrages wichtig, festzuhalten, dass auf dem Gebiete des
Musikschulwesens in der Steiermark Beachtliches geleistet wird, was im
Bericht dokumentiert erscheint, dass an diesen Leistungen viele beteiligt
sind und dass auch ich mich bei diesen für ihre Leistungen bedanke.
Zu dieser kleinen Kontroverse
zwischen dem Herrn Kollegen Straßberger und Herrn Kollegen Getzinger,
was jetzt die Wahl von Musikinstrumenten anbelangt, möchte ich Folgendes
hinzufügen. Immer wieder stellen wir fest, dass individuelle Bildungsentscheidungen
und – ich sage es einmal so – der gesellschaftliche Bedarf mitunter weit
auseinanderklaffen. Das gilt jetzt im Bereiche der Bildungspolitik schlechthin.
Ich darf ein Beispiel von der Universität geben: Die Absolventinnen
und Absolventen in den letzten 30 Jahren sind beispielsweise zu 210 Prozent
in überlaufene Berufe gegangen, Medizin, Lehrer et cetera und nur
zu einem kleinen Prozentsatz in die Technik. Es herrscht eine riesige Lücke,
was Ingenieure auf verschiedensten Gebieten anlangt. Immer wieder das Auseinanderklaffen
zwischen der industriellen Bildungsentscheidung und dem gesellschaftlichen
Bedarf. Und es gehört sehr viel Sensibilität dazu, da würde
ich Ihnen, Herr Kollege Getzinger, zustimmen, sehr viel Sensibilität
dazu, sich diesem Problem zu nähern, und es wird keine einfachen Rezepte
dafür geben, das Problem etwas zu entschärfen.
Auf der anderen Seite möchte
ich da dem Herrn Kollegen Straßberger Schützenhilfe leisten,
nämlich insoweit, als wir nachdenken sollten, was wir tun können,
um dieses Auseinanderklaffen ein bisschen zu reduzieren, und nicht in der
Weise, dass man jetzt irgendjemandem verbietet, Saxophon zu lernen. Auch
überhaupt denjenigen, die einen Wunsch äußern, eine bestimmte
Bildungslaufbahn einzuschlagen, ein bestimmtes Instrument zu spielen, das
auszureden, das halte ich für vollkommen falsch. Junge Menschen, die
motiviert sind, etwas zu tun, die werden sich dann auch auf dem Arbeitsmarkt
und wo auch immer behaupten können, auch wenn sie irgendetwas gelernt
haben, von dem man vorher sagt, du hast überhaupt keine Chance. Also
nicht auf diese Weise, aber auf jene Weise, dass man eben diese gesellschaftlichen
Bedarfe, ganz gleich, wo sie sich befinden, im Musikbereich oder in der
Wirtschaft, aufzeigt und junge Menschen motiviert, auch ausreichend informiert
und vielleicht auch die einen oder anderen „Förderungsmaßnahmen“
setzt, dass Ausbildungsgänge, welcher Art auch immer, ergriffen werden,
nach denen es eben gesellschaftliche Bedarfe gibt. Ein Orchester hat zum
Beispiel auch gewisse Bedarfe, die zufriedengestellt werden sollten.
Ein Zweites: Die Abgeordneten
Brünner und Mag. Zitz bringen einen Entschließungsantrag ein.
Es geht um die Landesakademie für die musizierende Jugend in Sankt
Stefan ob Stainz. Besser bekannt unter dem Titel „Landesmusikheim in der
Steiermark“. Der Steirische Blasmusikverband hat im Jahre 1999 dem ehemaligen
Landesrat Schmid einen solchen Vorschlag gemacht. Ein solches Landesmusikheim
in Sankt Stefan ob Stainz, in concreto in Lestein zu errichten, und es
sind, Gott sei Dank, alle diesbezüglichen Beschlüsse in der Steiermärkischen
Landesregierung auch einstimmig gefasst worden, dass das errichtet wird,
und wie ich höre, sind bei der Bauplatzeinrichtung bereits erste
Schritte getan worden.
Wir haben deswegen diesen
Entschließungsantrag gestellt, und das möchte ich der FPÖ
sagen, nicht jetzt eine Initiative der FPÖ zu kopieren oder uns da
draufzusetzen, sondern weil es offensichtlich eine öffentliche Debatte
über die Sinnhaftigkeit dieses Landesmusikheimes gibt, zumindest muss
ich das annehmen, wenn der Herr Landesrat Paierl von einer unnötigen
Aufwindung im Zusammenhang mit diesem Landesmusikheim spricht. Unser Entschließungsantrag
zielt in die Richtung, dass dieses Landesmusikheim jetzt nicht in den Landtagswahlkampf
hineingezogen wird. Selbstverständlich ist Sankt Stefan ob Stainz
die Heimat von Herrn Exlandesrat Schmid, und selbstverständlich ist
es für ihn schön, wenn er so quasi in seiner Heimat ein solches
Landesmusikheim errichten lassen kann. Aber es gibt verschiedene Beispiele
in der Vergangenheit, dass Politiker bemüht gewesen sind, in ihren
Regionen etwas zu leisten, und das ist okay so. Also nochmals, unser Entschließungsantrag
zielt in die Richtung, dass dieses Landesmusikheim ja nicht in den Wahlkampf
hineingezogen werden soll, und so quasi man gönnt der FPÖ nicht,
ein Landesmusikheim in Sankt Stefan ob Stainz – (Abg. Purr: „Das fehlt
in dem Entschließungsantrag!“) Herr Kollege Purr, deswegen stehe
ich auch hier und versuche manches zu erläutern, was ich nicht in
diesen Entschließungsantrag hineingeschrieben habe, weil ich hoffe,
dass der Herr Landesrat Paierl seine Meinung ändert und wenn er da
negativ zitiert wäre, dann ist das Ganze wieder ein psychologischer
Sachverhalt und er mauert sich ein, und das will ich nicht. Ich gehe davon
aus, dass er nicht mehr sagen wird, dass es eine unnötige Aufwendung
ist.
Aber ich habe noch eine
zweite Intention mit dem Entschließungsantrag. Ich vergönne
der steirischen Blasmusik dieses Landesmusikheim sehr, aber ich denke,
es sollte auch eine multifunktionale Einrichtung werden. Herr Prof. Suppan
hat mit mir darüber gesprochen sowie mit allen anderen Fraktionen,
und auch er ist sehr der Auffassung, dass dieses Landesmusikheim jetzt
nicht nur von der Blasmusik und von der Jugend auf dem Gebiet der Blasmusik
genutzt werden soll, sondern überhaupt von der Musikszene in der Steiermark
als eine Art Fort- und Weiterbildungszentrum insbesondere auch für
die Ausbildung des Nachwuchses, ganz gleich, ob es sich um Dirigenten,
Chorleiter, Musikschullehrer et cetera handelt, also eine multifunktionale
Einrichtung dort in Sankt Stefan ob Stainz.
Die beiden genannten Abgeordneten
stellen den Antrag, der Landtag wolle beschließen: Die Landesregierung
wird aufgefordert, in Umsetzung des einstimmigen Beschlusses vom Dezember
1999 das Landesmusikheim in Sankt Stefan ob Stainz zu errichten, diese
Landesakademie insbesondere für die musizierende Jugend zu nutzen
und mit den Baumaßnahmen so rasch wie möglich zu beginnen. Ich
bitte um Annahme dieses Antrages! (Beifall bei den Grünen. – 15.36
Uhr.)
Präsident Dipl.-Ing. Vesko: Als Nächste zu Wort gemeldet ist die Frau Abgeordnete Dietrich. Ich erteile es ihr.
Abg.
Dietrich (15.37 Uhr): Herr Präsident, meine Damen und Herren!
Der Jahresmusikbericht der
steirischen Musikschulen ist ein sehr umfassender, ausführlicher und
sehr übersichtlicher. Insgesamt, glaube ich, haben die steirischen
Musikschulen in der Bevölkerung eine sehr hohe Akzeptanz, wenn man
davon ausgeht, dass rund 2 Prozent der Bevölkerung in diesen Musikschulen
ein Instrument erlernen. Im vergangenen Jahr waren es rund 19.000 Musikschüler,
die von mehr als 760 Lehrern betreut wurden.
Die Musikschulen haben Öffentlichkeitsrecht.
Das hat den Vorteil, dass dort Zeugnisse verteilt werden können und
dass auch garantiert ist, dass ein gewisser Qualitätslevel erhalten
bleibt. Qualitätslevel insofern, als man Bedacht darauf nimmt, welche
Lehrer angestellt werden und sie müssen Qualitätskriterien erfüllen.
Es hat in den vorigen Debatten
Diskussion darüber gegeben, wie die Tarifgestaltung sein sollte. Da
hat es unterschiedliche Ansichten seitens der ÖVP und der SPÖ
gegeben. Ich muss sagen, wir als Freiheitliche haben seit vielen Jahren
den Wunsch vertreten, dass diese Ungerechtigkeiten in der Tarifgestaltung
endlich beseitigt werden sollten. Und es haben vehemente Ungerechtigkeiten
bestanden. Wenn man zum Beispiel bedenkt, dass Musikschüler in Liezen
einen Elternbeitrag von 18.000 Schilling pro Wochenstunde und Jahr bezahlen
mussten, während im „reichen“ Frohnleiten die Eltern nichts bezahlen
mussten, wenn ihre Kinder in die Musikschule gingen. Ich glaube, das kann
nicht im Sinne von sozialer Gerechtigkeit sein, von Chancengleichheit,
wenn man solche Unterschiede in einem einzigen Bundesland hat. Und wir
sind
froh, dass es gelungen ist,
einheitliche Tarifgestaltungen zustande zu bringen.
Wir wissen jetzt, dass die
Elternbeiträge bei 3500 Schilling sind, dass die Gemeinden 5000 Schilling
zahlen müssen an Personalkostenbeitrag und darüber hinaus eben
1600 Schilling für den Sachaufwand. Ich weiß auch, und das ist
mir bewusst, dass viele Gemeinden jammern und schon den Weg überlegen,
aus diesem System auszusteigen und vielleicht den Weg über eine private
Musikschule zu finden, wo eben Leute privat unterrichten, damit sich die
Gemeinde dort die Kosten erspart. Ich glaube aber auch, dass das nicht
der richtige Weg ist. Wir stehen dazu, dass Qualität ihren Preis hat,
und wir sind froh, dass in der Steiermark die Musikschulen so hervorragend
organisiert sind. Dem Trend zufolge ist es auch so, dass man in den letzten
Jahren umgedacht hat: Weg vom Einzelunterricht und mehr zum Gruppenunterricht.
Und da habe ich mir Folgendes überlegt. Auf der einen Seite gibt es
Musikschüler unterschiedlichsten Alters, unterschiedlichsten Einkommens,
weil es sind ja zahlreiche
Erwachsene, die wieder in die Musikschule gehen, die gleich viel bezahlen
müssen, wo das Land gleich viel Förderung erteilt und die diese
Musikausübung nur für sich selbst machen. Und auf der anderen
Seite haben wir unzählige Blasmusiker und Blasmusikerinnen, Jugendliche,
die dreimal in der Woche – da muss ich sagen, alle Hochachtung –, dreimal
in der Woche mit dem Instrument bei Fuß stehen und zu den unterschiedlichsten
Anlässen spielen. Die müssen gleich viel bezahlen, gleich viel
wie zum Beispiel ein 65-Jähriger mit einer ordentlichen Pension, der
hobbymäßig Musik betreibt. Ich glaube, wir als Land Steiermark
sind es jenen, die bereit sind für die Gemeinschaft etwas einzubringen,
schuldig, dass wir ihnen eine besondere Förderung gewähren. Jenen,
die eben im Jahr hundertmal für die Gemeinschaft da sind, die sollen
ermäßigte Beiträge haben.
In diesem Sinne bringe ich
auch den Antrag der Abgeordneten Dietrich, Ing. Peinhaupt, Grabmaier, List,
Porta, Ing. Schreiner, Dipl.-Ing. Vesko, Dr. Tremmel, Wiedner und Straßberger
ein, betreffend Änderung der Tarifordnung für öffentliche
Musikschulen. In den öffentlichen Musikschulen des Landes Steiermark
werden jährlich rund 19.000 Schüler und Schülerinnen unterrichtet,
darunter auch viele Erwachsene. Mit dem Schuljahr 1999/2000 ist die neue
Tarifordnung in Kraft getreten, wonach unabhängig vom Alter des Schülers,
seiner Einkommenssituation, ob er einem Musikverein angehört und so
weiter landesweit einheitliche Beiträge verrechnet werden.
Die unterzeichneten Abgeordneten
stellen daher den Antrag, der Landtag wolle beschließen: Die Steiermärkische
Landesregierung wird aufgefordert, die Tarifordnung für öffentliche
Musikschulen dahin gehend abzuändern, dass aktive Mitglieder von Blas-
und Streichorchestern, Chöre und Ensembles bei ihrer Ausbildung an
der Musikschule nur einen ermäßigten Beitrag bezahlen müssen
und die Differenz vom Land übernommen wird. (Beifall bei der FPÖ.
– 15.42 Uhr.)
Präsident Dipl.-Ing. Vesko: Als Nächster zu Wort gemeldet ist der Herr Abgeordnete Rieser. Ich erteile es ihm.
Abg.
Rieser (15.42 Uhr): Sehr geehrter Herr Präsident, werte
Mitglieder der Landesregierung, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Die Musikschulen mit Öffentlichkeitsrecht
sind für die musikalische Ausbildung unserer Jugend nicht nur eine
gute Sache, sondern auch nicht mehr wegzudenken. Das Musizieren ist nicht
nur eine schöne und sinnvolle Freizeitgestaltung, sondern auch gesellschaftspolitisch
eine begrüßenswerte Angelegenheit. Wir haben alle gemeinsam
diesen Bericht erhalten, wir haben diesen Bericht studiert. Sehr gut gemacht,
aussagekräftig, nur, meine sehr verehrten Damen und Herren, wir haben
auch festgestellt, dass es natürlich weiße Flächen gibt.
Wir haben aber auch festgestellt, da wir aus der Praxis kommen, dass es
natürlich nicht flächendeckend sein kann, und es ist allen gedankt
worden, und ich möchte mich natürlich diesem Dank anschließen,
ich möchte aber auch all jenen Kapellmeistern und Musikern draußen
in den Gemeinden, im Land Dank und Anerkennung zum Ausdruck bringen, die
auch viele, viele junge Menschen musikalisch ausbilden.
Meine sehr verehrten Damen
und Herren, wir haben vorhin diskutiert, und Kollege Getzinger hat es auch
angesprochen, über die Finanzierung. Ich muss in diesem Zusammenhang
schon eine Frage stellen, weil diese des Öfteren auch von den Bürgermeistern
immer wieder gestellt wird. Wie ist es eigentlich, wenn für erwachsene
Einkommensbezieher, sehr oft auch gut dotiert, die Gemeinde dann ihren
Obolus, ihren Beitrag noch dazu zu leisten hat? Ich glaube, dass das ein
Denkanstoss sein sollte und dass wir darüber nachdenken sollen, wenn
einer in einem bestimmten Alter aus reinen Hobbygründen ein Instrument
erlernen will, wie in Zukunft hier vorgegangen werden soll.
Ich darf – und möchte
mich sehr kurz fassen – auch einen Entschließungsantrag gemäß
Paragraf 51 der Geschäftsordnung des Landtages der Abgeordneten Rieser
und Pußwald einbringen, betreffend Musikschule in der Region Obdach–Weißkirchen.
Aus dem Bericht der Steiermärkischen Landesregierung „Die Musikschulen
Steiermark“ ist als Ziel der Bildungspolitik die weitgehende Flächendeckung
der Steiermark mit Musikschulplätzen ersichtlich. Um diesem Ziel gerecht
zu werden, wäre es dringend erforderlich, in der Region Obdach–Weißkirchen
eine eigene Musikschule mit Standort Obdach einzurichten. Der Bedarf hiefür
ist eindeutig gegeben, zumal derzeit in dieser Region rund 350 Musikschüler
ausgebildet werden. Auf Grund der geografischen Lage ist es jedoch sehr
schwierig und mit großem Zeitaufwand für die Jugendlichen verbunden,
die Musikschulen in Judenburg und Zeltweg zu besuchen. Die Gemeinden Amering,
Obdach, Sankt Anna am Lavantegg, Sankt Wolfgang-Kienberg, Eppenstein, Maria
Buch-Feistritz, Reisstraße und Weißkirchen haben hiefür
bereits ihre volle Unterstützung zugesagt und ein entsprechendes Ansuchen
an die Landesmusikschuldirektion gerichtet.
Es wird daher der Antrag
gestellt, der Landtag wolle beschließen:
Die Steiermärkische
Landesregierung wird aufgefordert, alle Maßnahmen zu setzen, damit
in der Region Obdach–Weißkirchen eine Musikschule mit Standort Obdach
eingerichtet wird. Ich bitte um Annahme und danke für die Aufmerksamkeit!
(Beifall bei der ÖVP. – 15.47 Uhr.)
Präsident Dipl.-Ing. Vesko: Als Nächster zu Wort gemeldet ist der Abgeordnete Korp.
Abg.
Korp (15.47 Uhr): Sehr geehrter Herr Präsident, geschätzte
Frau Landesrat, geschätzte Damen und Herren des Landtages!
Ich möchte zunächst
einmal die Gelegenheit nützen und dem nach wie vor anwesenden Landesmusikschuldirektor
Sepp Rauth und natürlich dem Judenburger Musikschuldirektor Dr. Eberhard
Schweighofer für ihr außerordentliches Engagement im Bereich
des Musikschulwesens persönlich von dieser Stelle danke sagen. Denn
wir wissen alle, wie das mit der Jugend heute so ist. Wohlstand heißt
bekanntlich noch lange nicht seelisches Glück. Dass man das unter
anderem in der Musik finden kann, das wissen wir, und den jungen Menschen
eine entsprechende Sinngebung mitzugeben, das Gefühl zu geben, gebraucht
zu werden, das zu vermitteln, das ist natürlich von unschätzbarem
Wert, und dafür gilt es Ihnen natürlich sehr herzlich danke zu
sagen.
Ich möchte auch replizierend
zum Entschließungsantrag meines Kollegen Peter Rieser aus dem Bezirk
Judenburg etwas bemerken. Geschätzter Herr Kollege Rieser, was die
Flächendeckung im Musikschulwesen betrifft, glaube ich, einmal grundsätzlich
festzuhalten, dass wir in der Region Aichfeld sehr, sehr gut bedient sind,
denn es gibt immerhin mit Knittelfeld, Judenburg, Zeltweg und Fohnsdorf
vier Musikschulen auf engstem Raum im Aichfeld mit öffentlich-rechtlichem
Charakter, habe aber überhaupt kein Problem damit, die Intentionen,
was Obdach betrifft, mit zu unterstützen, was Maria Buch, Feistritz
und Weißkirchen betrifft, die sich fünf Kilometer oder vier
Kilometer von Zeltweg entfernt befinden, das wirst du in der Region erklären
müssen, damit haben wir auch kein Problem. Was Obdach betrifft, 18
Kilometer entfernt, schaut das natürlich ein bisschen anders aus,
und selbstverständlich tragen wir das gerne mit. Ich darf nur bemerken,
nachdem die ÖVP in diesem Land nach dem Krieg Jahrzehntelang das Kulturreferat
gehabt hat, dass euch das erst jetzt einfällt, ist bemerkenswert,
aber wir haben ja Landtagswahlen. Das verstehen wir natürlich sehr,
sehr gut. Selbstverständlich, aber du darfst nur nicht vergessen,
deinem Landesparteipressesekretär Fredl Taucher zu sagen, die Roten
haben es auch mitgetragen, nicht nur du. Okay?
Geschätzte Damen und
Herren, während es lange Zeit keine flächendeckende Musikerziehung
in unserem Lande gab, ist das Manko jetzt behoben. Die Musikschullandschaft
ist über die ganze Steiermark gezogen, wir wissen, es gibt 47 Musikschulen
mit gleichen Lehrplänen, gleichen Förderungsrichtlinien und natürlich
auch, ganz wichtig das zu sagen, einen Interessenausgleich mit den Gemeinden.
Was die Musikschule in Judenburg betrifft, sind wir natürlich schon
ein bisschen stolz. Sie hat inzwischen 450 Schüler. Die neuen Regeln
haben sehr dazu beigetragen. Judenburg hat in aller Bescheidenheit zum
Ausdruck gebracht und über ein Jahrzehnt schon das Leadership im öffentlich-rechtlichen
Bereich, also quasi eine Vorreiterrolle in diesem Bereich inne.
Ich möchte aber auch
zum Schluss allen Schulträgern herzlich danke sagen und natürlich
auch unserem Landeskulturreferenten, Peter Schachner, der es in nur zwei
Jahren geschafft hat, die ganze Problematik und Thematik Musikschulwesen
auf eine entsprechende Gleichheit in eine entsprechende Linie zu bringen.
(Beifall bei der SPÖ.)
Ich möchte natürlich
auch allen danken, die die entsprechenden Mittel dazu beitragen, dass das
so geschehen konnte für diesen im Kulturbereich so wichtigen Musikschulbereich.
Geschätzte Damen und Herren, ich danke sehr herzlich für Ihre
Aufmerksamkeit! (Beifall bei der SPÖ. – 15.51 Uhr.)
Präsident Dipl.-Ing. Vesko: Als Nächster zu Wort gemeldet ist der Herr Abgeordnete Purr. Ich erteile es ihm.
Abg.
Purr (15.52 Uhr): Herr Präsident, meine Damen und Herren!
Ich melde mich deshalb eigentlich
zu Wort, weil hier ein Vorredner gesagt hat, wenn Sie großartige
Leistungen kennen lernen wollen, und dann lesen Sie diesen Bericht, ich
würde sagen, Bericht ist interessant und ist wichtig und nichts gibt
es daran auszusetzen, aber wenn Sie erleben wollen, wie unsere Steiermark
musiziert, dann glaube ich, ist das einzig Richtige, hinauszugehen und
es dort mitzuerleben vor Ort, um zu sehen, was die Leute wirklich erlebt
haben und wie sehr sie sich auf dem Sektor der Musik engagieren. Ich glaube,
dass das der richtigere Weg wäre, als Berichte zu lesen und zu sagen,
ich habe mir erzählen lassen oder habe mir berichten lassen. Möchte
aber auch hinzufügen, dass es die Musikschulen dieses Landes sind,
die wirklich dazu beigetragen haben, dass das Niveau der Blasmusik in einem
Ausmaße gestiegen ist, was unglaublich ist. Ich kann das seit Jahrzehnten
beobachten, die Entwicklung, der Nachwuchs aus diesen Musikschulen ist
so großartig und auch die Initiativen auf dem Sektor der Blasmusik
tragen dazu bei, nämlich beispielsweise die Blasmusikbezirkswertungen,
dass wirklich die Herausforderungen enorm geworden sind und vor allem auch
die Leistungen im wahrsten Sinne des Wortes unvergleichlich angestiegen
sind. Allen Engagierten, allen Musiklehrern, den Kapellmeistern gilt es,
an dieser Stelle hier einen offenen Dank auszusprechen, und ich habe früher
gesehen den Mag. Rupp aus dem Bezirk Deutschlandsberg hier, der mehrere
Musikkapellen
leitet, neben seiner hauptberuflichen
Betätigung als Direktor der Musikschule Deutschlandsberg. Da sieht
man wirklich, was Engagement ist, und da gilt wiederum das Wort, dass unsere
Gesellschaft in einem hohen Ausmaße von jenen Menschen lebt, die
bereit sind, mehr zu tun als ihre Pflicht.
Es wurde hier ein Entschließungsantrag
eingebracht, betreffend die Landesakademie für die musizierende Jugend
in Sankt Stefan. Meine Fraktion wird dem selbstverständlich zustimmen.
Geht es jedoch um eine ganz großartige Maßnahme noch dazu in
meinem Heimatbezirk Deutschlandsberg, in der Gemeinde Sankt Stefan.
Aber ich möchte eines
hinzufügen: Es muss natürlich auch die Finanzierung gesichert
erscheinen. Denn bislang ist das Grundstück angekauft und es lauft
ein Architekturwettbewerb und wichtig wäre aber auch, abzugrenzen,
was darf es kosten und vor allem wie wird die Erhaltung, die Fortführung
dieser Landesakademie finanziert werden. Ich bin überzeugt davon,
dass man in der Landesregierung bemüht sein wird, von allen Ressorts,
seinen Beitrag zu leisten, wenn es um die Bildung, Weiterbildung, Erziehung
unserer Jugend geht.
Lassen Sie mich aber noch
etwas bemerken: Es wurden hier einige Schwanks vollzogen, wie das mit diesen
Musikschulen in der Steiermark ist. Darf ich Ihnen sagen. Die ÖVP
war Jahrzehnte hindurch verantwortlich für die Kultur in diesem Land
und auch für die Musikschulen und sie wurden in dieser Ära gegründet.
Falls die SPÖ jetzt begonnen hätte, sie zu gründen,
hätten sie wahrscheinlich die dritte, vierte oder fünfte Musikschule.
Ich bin der Überzeugung, es ist gut, dass man sich bemüht, Verbesserungen
vorzunehmen, dass man bemüht ist, auch diese Musikschulen entsprechend
modern weiterzuführen. Aber bitte, so kann es doch nicht gespielt
werden, dass man eine jahrzehntelange Aufbauarbeit, die durch unseren damaligen
Landeshauptmann Josef Krainer auch passierte, dass man die heute so links
wegwischt und so tut, als hätte man 1996 damit begonnen.
Meine Damen und Herren,
nochmals zu diesem Entschließungsantrag, wir werden den annehmen.
Allerdings werden wir darauf pochen, Finanzierung und Fortführung
der dann errichteten Landesakademie auch sicherzustellen. Danke für
Ihre Aufmerksamkeit! (Beifall bei der ÖVP. – 15.56 Uhr.)
Präsident
Dipl.-Ing. Vesko: Eine weitere Wortmeldung liegt nicht vor.
Meine Damen und Herren,
wir kommen zur Abstimmung.
Jene Damen und Herren, die
dem Antrag des Herrn Berichterstatters Ussar die Zustimmung geben, bitte
ich um ein Zeichen mit der Hand.
Danke.
Das ist die einstimmige
Annahme des Antrages.
Es gibt drei Entschließungsanträge.
Entschließungsanträge des Liberalen Forums, Dr. Brünner,
und der Grünen, Mag. Zitz, betreffend Bau der Landesakademie für
die musizierende Jugend in Sankt Stefan ob Stainz.
Wer diesem Antrag zustimmt,
den bitte ich um ein Zeichen mit der Hand. Gegenprobe.
Das ist die einstimmige
Annahme des Antrages.
Unselbstständiger Entschließungsantrag
der Abgeordneten der freiheitlichen Fraktion sowie des Abgeordneten Straßberger,
betreffend Änderung der Tarifordnung für öffentliche Musikschulen.
Wer dem zustimmt, den bitte ich um ein Zeichen mit der Hand. Danke.
Das ist die einstimmige
Annahme des Antrages.
Sowie der Entschließungsantrag
der Abgeordneten Rieser und Pußwald, betreffend Musikschule in der
Region Obdach/Weißkirchen.
Wer dem zustimmt, den bitte
ich um ein Zeichen mit der Hand. Danke.
Auch das ist die einstimmige
Annahme des Antrages.