12. Judenburger Sommer 2001
Seitengestaltung: Jürgen Schweizer
Belcanto - oder: Die Welt steht auf kein’ Fall mehr lang

Mit diesem durchaus konstruierten Zitat könnte man das breit gefächerte und den Ge- und Bedenksituationen des Jahres 2001 gerecht werden wollende Programm des “Judenburger Sommers 2001” umreißen.

Gilt es doch, im Jahre 2001 so vordergründig widersprüchlicher und doch verbundener Größen zu gedenken wie u.a. Vincenzo Bellini, Josef Lanner, Johann Nestroy, Astor Piazzolla, Arnold Schönberg, Giuseppe Verdi und somit einen Bogen von der hohen Kunst des Belcanto bis hin zu sozialkritischen Couplets zu spannen.

Die künstlerische Leitung liegt in den Händen von Stadtmusikdirektor Prof. Dr. Eberhardt Schweighofer, welcher u.a. nachfolgende Highlights vorbereitet hat.

Eröffnet wird das Festival am Freitag, dem 24. August 2001 mit einer Gala zu Ehren Giuseppe Verdis, dessen 100. Todestages wir gedenken, unter dem Motto “Belcanto - und was dann?” mit Arien, Duetten, Intermezzi und Ouverturen aus Opern von Giuseppe Verdi, Vincenzo Bellini, Gaetano Donizetti u.a. Als Solisten werden die schwedische Sopranistin Gertrud Hoffstedt und der amerikanische Tenor Kurt Streit, der erst kürzlich große Erfolge mit Nikolaus Harnoncourt in einer Produktion von Franz Schmidts “Buch mit sieben Siegeln” feiern konnte, und der seine Tätigkeit beim Glyndeborne-Festival für zwei Tage unterbrechen kann, zu hören sein. Es spielt in bewährter Weise die Louis-Spohr-Sinfonietta, Dirigent ist Eberhardt Schweighofer.

Nach ihrem umjubelten Gastpiel im Rahmen der “Styriarte” wird die Old Stoarriegler Dixielandband - nicht nur-aber auch - Jahresregenten wie Arnold Schönberg und Johann Nestroy unter dem Motto “Tschäss ohne Schtress” auf ihre musikalische kabarettistische Schaufel nehmen.

Dem Belcanto in der Kammermusik werden in bewährter Weise die Geigerin Esther Haffner, der Cellist Klaus Steinberger und der Pianist Kurt Josef Putz, verstärkt durch philharmonische Kollegen nachspüren. So u. a. mit den Crisantemi von Giacomo Puccini, dem Streichquartett von Giuseppe Verdi, dem Klaviertrio von Gaetano Donizetti und der Rigoletto-Paraphrase von Franz Liszt.

TANGO ... und rot ist die Farbe der Lieder ... Fernweh der Erinnerungen - ein Schmerz fast wie Wollust. Mit diesen Zitaten wird die Hommage zum 80. Geburtstag von Astor Piazzolla gestaltet vom Quintetto accento und seiner Sängerin Norina Angelini einbegleitet.

“Die Welt steht auf kein' Fall mehr lang” - Mit dieser Festveranstaltung zum 200. Geburtstag von Johann Nestroy wird der Judenburger Sommer 2001 am Samstag, dem 1. September 2001 beschlossen werden. Franz Gollner und sein Grazer Nestroy Ensemble werden Texte, Dramolette, ausgewählte Szenen und Couplets aus der durchaus spitzen Feder des Jubilars genüßlich und nachdenklich servieren.

Begleitet wird das Festival von einer Literaturwerkstatt, welche sich im eigens hiefür einzurichtenden Literatur-Café “Zichorie” mit vorgegebenen Themenkreisen anhand von Texten, Dramoletten, Kurzszenen und Couplets kreativ auseinandersetzen wird. Visuell soll das Café “Zichorie” mittels einer Ausstellung von Bühnenbildentwürfen und Figurinen bereichert werden.
Literaturcafé “Zichorie”.

Ödön von Horvath schrieb 1938, angesichts der Zeiten voller Unruhe: "Man müsste ein Nestroy sein, um all das definieren zu können, was einem undefiniert im Wege steht."

Wer sich also - der Altersgruppe von 0 - 99 Jahren angehörend - als Nestroy versuchen und das definieren will, was heute alles undefiniert im Wege steht, ist herzlich eingeladen, am Literaturcafé "Zichorie" teilzunehmen.

Diese Schreibwerkstätte begleitet den "Judenburger Sommer 2001" aus Anlaß des 200. Geburtstages von Johann Nestroy und findet im Theatercafé “JuThe” (im Hause des Polytechnikums) unter dem Titel "Literaturcafé Zichorie” zu folgenden Terminen, jeweils um 19.00 Uhr, statt:

  • Dienstag, 17. April 2001 Informationsabend
  • Dienstag, 24. April 2001 Franz Gollner, sein Nestroy-Ensemble Graz und die Mentoren geben praktische Anregungen und Entstehungshilfen.
  • Dienstag, 8. Mai 2001 Workshop
  • Dienstag, 29. Mai 2001 Workshop
  • Leitung: Brigitte Maria Bilek (Schriftstellerin)
    Mentoren: Franz Gollner (Schauspieler, Kabarettist und Theaterprinzipal zu Graz), Dr. Johannes Nestroy (Urgroßneffe Nestroys) und Stadtmusikdirektor Prof. Dr. Eberhardt Schweighofer

    Unter dem Motto "Die Welt steht auf kein' Fall mehr lang ..." sollen anhand ausgewählter Themen und Charaktere - im Sinne Nestroys - Kurzszenen, Texte, Couplets erarbeitet werden. Abgabetermin ist der 8. Juni 2001.

    Die Ergebnisse werden am Mittwoch, dem 29. August 2001 um 19.30 Uhr im Großen Saal des \zentrum.s im Rahmen des “Judenburger Sommers” dem Festivalpublikum, gespielt und inszeniert von Franz Gollner und seinem Grazer Nestroy Ensemble sowie von Mitgliedern des JuThe unter Margit Dürschmied präsentiert.

    Anmeldung

    E.S.