Auszug aus der niedersächsischen Zeitschrift des MS-Verbandes „Fortissimo“ 1/2002

Auf Einladung der Landesmusikdirektion der Steiermark hatte der Vorstand des Landesverbandes im Herbst 2001 Gelegenheit, sich über das Musikschulwesen in dem österreichischen Bundesland zu informieren.

Die Landesparlamente Niedersachsens und der österreichischen Steiermark sind seit 1988 partnerschaftlich verbunden.

Der Informationsaustausch war besonders interessant vor dem Hintergrund, dass die steierische Landesregierung im Jahr zuvor eine Reform des Musikschulwesens erfolgreich abgeschlossen hatte, die auch in der deutschen Fachwelt für Aufsehen sorgte.

Zur niedersächsischen Delegation zählten die Vorstandsmitglieder Geert Latz, Ernst Neuhäuser und Gerd Baumgarten, der niedersächsische Musikreferent Muchtar Al Ghusain und Landesgeschäftsführer Klaus Bredl.

Der steirische Landeshauptmann, Frau Waltraud Klasnic, begrüßte die Delegation aus Niedersachsen in ihrem Amtssitz in der Grazer Burg - eine Geste, die bereits den besonderen Stellenwert deutlich machte, den die Musikschulen in der Steiermark genießen.

In den folgenden Tagen gelang es den überaus gastfreundlichen Österreichern, allen voran Landesmusikdirektor Josef Rauth und dessen Direktoriumskollegen Gerhard Freiinger, Walter Rehorska und Dr. Eberhardt Schweighofer, den deut-schen Gästen einen umfassenden Einblick in die Struktur und Organisation der steiermärkischen Musikschulen zu vermitteln.

"Jedes steiermärkische Kind soll qualitativ hochwertigen Musikunterricht zu gleichen Bedingungen erhalten können." Mit diesem Ziel wurde in der Steiermark ein einzigartiges Reformwerk geschaffen, durch das viele der auch hierzulande bekannten Unzulänglichkeiten des Musikschulwesens geradezu vorbildlich beseitigt werden konnten. Die wichtigsten Errungenschaften auf einen Blick:
 


In der Steiermark herrscht durchweg ein hohes politisches Interesse an der Musikschularbeit. Die Einrichtungen zu fördern, wird von Kommunal- wie Landespolitikern mit bemerkenswerter Selbstverständlichkeit nicht als freiwillige Leistung, sondern als Pflichtaufgabe betrachtet. Besonders erwähnenswert ist, dass das Land Steiermark durch die Übernahme von rund 50 % der pädagogischen Personalkosten bereit ist, eine maßgebliche Verantwortung für die 47 kommunal getragenen Musikschulen zu übernehmen.

Mit vielen Anregungen im Gepäck kehrten die Gäste nach Niedersachsen zurück.

Die Kollegen aus der Steiermark wurden zum Gegenbesuch anlässlich des VdM-Musikschulkongresses 2003 nach Hannover eingeladen. Bis dahin sollte es dem Landesverband niedersächsischer Musikschulen gelingen, auch die politischen Entscheidungsträger in Niedersachsen so vom gesellschaftlichen Mehrwert der Musikschularbeit zu überzeugen, dass nach alpenländischem Vorbild auch hierzulande dringend erforderliche Reformvorhaben eingeleitet werden können.